Was bedeutet der Hebesatz?
Der Hebesatz ist der kommunale Faktor der Grundsteuer. Nach § 25 GrStG setzt ihn die Gemeinde fest; das Finanzamt liefert den Grundsteuermessbetrag. Für Käufer ist vor allem die Grundsteuer B relevant, weil sie bebaute und bebaubare Grundstücke betrifft.
Für die laufende Steuer können Sie den Grundsteuer-Hebesatz nachschlagen.
Mit dem amtlichen Hebesatz und Ihrem Messbetrag können Sie anschließend die Grundsteuer berechnen.
Bundesmodell oder Ländermodell?
Die Reform 2025 ist nicht bundeseinheitlich. Das Bewertungsverfahren für den Messbetrag unterscheidet sich je Land – der kommunale Hebesatz bleibt aber überall der sichtbare kommunale Faktor auf dem Bescheid.
11 Länder im Bundesmodell (Median B)
Hebesatz nach Bundesland
Median des Grundsteuer-B-Hebesatzes je Bundesland. Wählen Sie ein Land, um zu Landkreisen und Gemeinden weiterzugehen. Werte über 100 % sind normal – der Hebesatz multipliziert den Messbetrag, er ist nicht der Steuersatz selbst.
Bundesmodell und Ländermodelle rechnen auf unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen. Ein höherer Hebesatz bedeutet deshalb über Modellgrenzen hinweg nicht die höhere Steuer. Die Rangfolge gilt innerhalb eines Modells.
| Bundesland | Modell | Median B | Gemeinden | |
|---|---|---|---|---|
| Bundesmodell | ||||
| Bremen | Bundesmodell | 670 % | 2 | |
| Nordrhein-Westfalen | Bundesmodell | 664 % | 396 | |
| Berlin | Bundesmodell | 470 % | 1 | |
| Rheinland-Pfalz | Bundesmodell | 465 % | 2.299 | |
| Saarland | Bundesmodell | 413 % | 52 | |
| Schleswig-Holstein | Bundesmodell | 410 % | 1.104 | |
| Sachsen-Anhalt | Bundesmodell | 402 % | 218 | |
| Sachsen | Bundesmodell | 401 % | 418 | |
| Mecklenburg-Vorpommern | Bundesmodell | 400 % | 724 | |
| Thüringen | Bundesmodell | 400 % | 601 | |
| Brandenburg | Bundesmodell | 370 % | 413 | |
| Eigene Ländermodelle | ||||
| Hamburg | Ländermodell | 975 % | 1 | |
| Hessen | Ländermodell | 420 % | 421 | |
| Niedersachsen | Ländermodell | 300 % | 941 | |
| Baden-Württemberg | Ländermodell | 290 % | 1.101 | |
| Bayern | Ländermodell | 275 % | 2.056 | |
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Vergleich: teuerste und günstigste Länder
Die Landesmediane reichen von 275 % in Bayern bis 975 % in Hamburg. Der bundesweite Median liegt bei 395 % und damit näher am unteren als am oberen Ende dieser Spanne. Die Länder rechnen den Grundsteuermessbetrag allerdings unterschiedlich aus: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen wenden ein eigenes Ländermodell an, die übrigen das Bundesmodell. Ein Hebesatz aus einer Ländermodell-Region und einer aus dem Bundesmodell lassen sich deshalb nicht direkt gegeneinander lesen.
Reform 2025 und Stichtag-Trend
Die Grundsteuerreform gilt seit 01.01.2025 und schafft einen Vergleichsbruch: Neue Bewertungsmodelle bestimmen den Messbetrag, während die Gemeinden weiterhin den Hebesatz setzen. Ein Teil der Veränderung gegenüber dem Vorjahr stammt aus geänderter Bewertungslogik, nicht aus politischer Anpassung.
Zeitachse der Reform
Nächste Schritte für Käufer
Der Hebesatz erklärt die laufende Steuerlast. Für eine Kaufentscheidung gehören Grundstückswert, Kaufnebenkosten und die Prüfung des eigenen Bescheids dazu.
Wenn Sie den Lagewert auf Ihr Grundstück übertragen möchten, können Sie den Grundstückswert ermitteln.
Beim Kauf können Sie die Grunderwerbsteuer berechnen.
Für die räumliche Einordnung können Sie die Karte öffnen.
Für eine erste Orientierung zu Schutzgebieten nutzen Sie die Naturschutz-Prüfung. Sie bleibt bewusst die einzelne Fachfrage zu NSG, LSG und FFH.
Häufige Fragen zum Hebesatz
Was ist der Grundsteuer-Hebesatz?
Der Hebesatz ist der kommunale Rechenfaktor der Grundsteuer. Die Gemeinde wendet ihn nach § 25 GrStG auf den vom Finanzamt festgesetzten Grundsteuermessbetrag an. Der Zahlbetrag ergibt sich aus Messbetrag × Hebesatz ÷ 100. Werte über 100 % sind normal, weil der Hebesatz kein Steuersatz ist.
Wer legt den Hebesatz fest?
Den Hebesatz beschließt die Gemeinde per Satzung. Das Finanzamt liefert nur den Messbetrag; die Höhe der laufenden Grundsteuer bestimmt also die Kommune.
Warum unterscheidet sich der Hebesatz je Gemeinde?
Jede Gemeinde setzt ihren Hebesatz eigenständig fest, abhängig von Haushaltslage und Finanzbedarf. Der höchste gemeldete Hebesatz B liegt bei 1.350 %, und schon Nachbargemeinden liegen oft weit auseinander.
Was änderte sich 2025?
Seit 01.01.2025 gilt die Grundsteuerreform. Sie ersetzt die 2018 vom Bundesverfassungsgericht verworfenen Einheitswerte durch neue Bewertungsmodelle: 11 Länder rechnen nach dem Bundesmodell, 5 nach einem eigenen Ländermodell. Der Hebesatz bleibt der sichtbare kommunale Faktor, die Bemessungsgrundlage darunter ist neu.
Wo finde ich den Hebesatz meiner Gemeinde?
Über die Gemeindesuche oben: Gemeindenamen eingeben, der amtliche Hebesatz B erscheint sofort (Datenstand 30.06.2025). Alternativ steht er im kommunalen Grundsteuerbescheid Ihrer Gemeinde.
Was ist der Unterschied zwischen Grundsteuer A, B und C?
Grundsteuer A betrifft land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Grundsteuer B bebaute oder bebaubare Grundstücke. Grundsteuer C können Gemeinden zusätzlich für baureife unbebaute Grundstücke erheben. Für Käufer ist meist B maßgeblich.
Was ist der Grundsteuermessbetrag?
Der Messbetrag ist der vom Finanzamt berechnete Zwischenwert aus Grundsteuerwert und Steuermesszahl. Die Gemeinde wendet darauf ihren Hebesatz an. Der verbindliche Zahlbetrag steht im Grundsteuerbescheid.
Wie berechne ich meine Grundsteuer?
Grundsteuer = Grundsteuermessbetrag × Hebesatz ÷ 100. Den Messbetrag entnehmen Sie dem Bescheid des Finanzamts, den Hebesatz der Gemeindesuche. Der Rechner übernimmt den amtlichen Hebesatz B automatisch.
Methodik und Quellen
Datenbasis sind die Realsteuerhebesätze des Statistischen Bundesamts (Destatis) zum Stichtag 30.06.2025. Gemeinde-Hebesätze werden zu Bundesland- und Bundeswerten aggregiert; ausgewiesen wird der Median. Rechtsgrundlagen: § 25 GrStG, § 15 GrStG sowie § 220 ff. BewG.
| Kennzahl | Median | Betrifft |
|---|---|---|
| Grundsteuer B | 395 % | bebaute / bebaubare Grundstücke |
| Grundsteuer A | 345 % | Land- und Forstwirtschaft |
| Grundsteuer C | 818 % | baureife unbebaute Grundstücke |