Grundstück vor dem Kauf prüfen: mit der Karte beginnen
Prüfen Sie vor dem Grundstückskauf zuerst die Lage und den Zuschnitt, dann den Bodenrichtwert und mögliche Risiken. Die Karte hilft, Fragen für die Besichtigung und fehlende Unterlagen zu sammeln. Am Berliner Beispiel lesen Sie die Befunde zu Schutzgebieten, Starkregen, Radon und Geologie; über die Bebaubarkeit entscheidet dieser Ablauf nicht.
Karte öffnenBeispieladresse: Lietzenburger Straße 55/57, 10719 Berlin
Die Beispieladresse zeigt, wie Sie die Kartenebenen nacheinander lesen. Sie ist kein Verkaufsangebot. Die Hinweise bewerten weder das Haus noch ein zum Kauf angebotenes Grundstück.
Lage und Flurstück abgleichen
Schalten Sie „Flurstücke“ ein und zoomen Sie zur Adresse. Vergleichen Sie die eingezeichneten Grenzen mit der Fläche, die im Angebot beschrieben wird.
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Die Grenzlinien helfen, die angebotene Fläche auf der Karte wiederzufinden. Der Ausschnitt zeigt Flurstücksgrenzen im dicht bebauten Berliner Straßenviertel. Der markierte Punkt hilft bei der Orientierung, beschreibt aber noch keine gesamte Kauffläche. Klären Sie mit dem Verkäufer, welche Flurstücke zum Angebot gehören.
Flurkarte: Flurstücke auf der KarteDen Bodenrichtwert der passenden Richtwertzone lesen
Schalten Sie „Bodenrichtwerte“ ein. Prüfen Sie am Beispielpunkt den Wert und den Stichtag unter „Was ist hier?“. Vergleichen Sie auch die Umrisse der Bodenrichtwertzone mit den Flurstücksgrenzen.
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Die umrandete Bodenrichtwertzone umfasst mehrere Flurstücke. Ihren Wert und Stichtag nennt die Punktabfrage. Die blaue Fläche ist eine Bodenrichtwertzone für Wohnbauland. Die Punktabfrage nennt hier einen amtlichen Bodenrichtwert von 6.500 €/m² für Wohnbauland zum Stichtag 2026. Er beschreibt den Boden eines typischen Grundstücks dieser Richtwertzone, nicht den Kaufpreis eines bestimmten Grundstücks oder den Wert eines Hauses.
Bodenrichtwerte auf der KarteNach einer Schutzgebietsfläche suchen
Schalten Sie „Schutzgebiete“ ein und fragen Sie den Beispielpunkt ab. Achten Sie darauf, ob die Antwort einen Treffer, keinen Treffer oder fehlende Daten meldet.
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Kein Schutzgebietstreffer am Beispielpunkt ist keine allgemeine Entwarnung für den Kauf. Im Bild ist keine Schutzgebietsfläche eingezeichnet; auch die Punktabfrage findet hier keine. Das bedeutet nur, dass am Punkt keine Fläche aus dieser Quelle gefunden wurde. Es schließt andere Einschränkungen nicht aus und sagt nichts über die Bebaubarkeit aus.
Natur- und Landschaftsschutzgebiete auf der KarteRegenmenge von Überflutung unterscheiden
Schalten Sie „Starkregen-Statistik“ ein. Lesen Sie die Regenmenge am Punkt und vergleichen Sie sie mit der blauen Farbskala.
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Die Regenmenge gilt für ein großes Rasterfeld. Wo das Wasser hinfließt, zeigt diese Ebene nicht. Die blaue Färbung zeigt eine statistische Regenmenge des Deutschen Wetterdienstes. Für das Rasterfeld von 5 × 5 km am Beispielpunkt nennt die Abfrage 48,7 mm in 60 Minuten bei einem statistisch einmal in 100 Jahren zu erwartenden Ereignis. Das ist keine Wassertiefe am Haus. Für mögliche Wasseransammlungen prüfen Sie zusätzlich die Ebene „Starkregengefahr“, soweit dort Daten vorliegen.
Starkregenkarte: Regenmenge und mögliche WassertiefeDie regionale Radonprognose einordnen
Schalten Sie „Radonpotenzial“ ein und lesen Sie die regionale Prognose am Beispielpunkt. Verwechseln Sie diese Ebene nicht mit den ausgewiesenen Radon-Vorsorgegebieten der Ebene „Radon“.
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Die Farbe beschreibt die Region, nicht die Radonkonzentration in einem Gebäude. Der Ausschnitt liegt in der hellen Farbstufe der Prognose des Bundesamts für Strahlenschutz. Sie beschreibt, wie viel Radon aus dem Untergrund einer Region in Gebäude gelangen kann. Auch diese helle Stufe sagt nicht, wie viel Radon in einem bestimmten Haus vorkommt. Das lässt sich erst durch eine Messung klären.
Radonkarte: Radonpotenzial und Radon-VorsorgegebieteFragen zum Untergrund festhalten
Schalten Sie „Geologie“ ein. Lesen Sie am Punkt sowohl die Deckschicht als auch das darunter genannte Material und vergleichen Sie die Flächenfarben mit der Legende.
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Die graue Gruppe legt sich nicht auf ein Material fest. Die Punktabfrage nennt Deckschicht und Untergrund getrennt. Am Beispielpunkt zeigt die Karte die Gruppe „Gemischt oder ohne Angabe“. Die Abfrage nennt lockeres Material („Lockersediment“) als Deckschicht und darunter Sand. Die Geologische Übersichtskarte beschreibt die Gegend grob; Tragfähigkeit und Schichtdicken auf der Kauffläche gehen daraus nicht hervor. Fragen Sie nach einem vorhandenen Baugrundgutachten.
Geologische Karte: Woraus der Untergrund besteht
Dieser Ablauf ist eine erste Prüfung ausgewählter Kartendaten. Er klärt weder Baurecht noch Eigentumsverhältnisse und ersetzt keine Untersuchung vor Ort. Halten Sie Treffer, fehlende Treffer und Datenlücken getrennt fest, damit offene Fragen vor dem Kauf geklärt werden.