Zum Hauptinhalt springen
grundradar

Baugrund einschätzen: Hinweise für das Gutachten sammeln

Die Karte hilft, Hinweise zu Boden, Grundwasser und Gelände für ein Baugrundgutachten zu sammeln. Ob ein Grundstück das geplante Haus trägt und wie es gegründet werden muss, klärt ein Baugrundgutachten. Das Beispiel im Kölner Norden zeigt, wie Sie die Kartenhinweise dafür sammeln.

Karte öffnen

Beispieladresse: Neuenbaumer Straße, 50739 Köln

Die Beispieladresse dient zum Vergleich der Boden- und Geländeebenen. Sie ist kein Verkaufsangebot. Die Kartenbefunde sind keine Bewertung eines Hauses oder eines einzelnen Baugrundstücks.

  1. Deckschicht und Untergrund getrennt lesen

    Schalten Sie „Geologie“ ein. Vergleichen Sie die Farbe am Punkt mit der Legende und lesen Sie die Angaben zu Deckschicht und darunterliegendem Material.

    Karte öffnen
    Ockerfarbene Geologiefläche im Kölner Norden mit Beispielpunkt und Legende zu Ton, Schluff sowie Sand und Kies.
    Die Deckschicht bestimmt hier die Flächenfarbe. Darunter kann anderes Material liegen.

    Die ockerfarbene Fläche gehört zur Gruppe „Ton, Schluff“. Die Punktabfrage nennt Schluff als Deckschicht und darunter Sand, Kies und Steine. Das sind regionale Angaben aus einer Übersichtskarte. Wie mächtig die Schichten sind und ob sie das geplante Gebäude tragen, zeigt sie nicht.

    Geologische Karte: Woraus der Untergrund besteht
  2. Die Bodeneinheit als Übersicht nutzen

    Wechseln Sie zu „Bodenkarte“ und lesen Sie die Kennung am Beispielpunkt. Vermerken Sie den Eintrag als Hinweis für das Baugrundgutachten.

    Karte öffnen
    Großflächige braune Bodeneinheit an der Neuenbaumer Straße mit markiertem Punkt und Bodenlegende.
    Eine Bodeneinheit beschreibt eine Gegend und ist kein Prüfergebnis für eine Baugrube.

    Der Ausschnitt zeigt eine großflächig gefärbte Bodeneinheit; die Abfrage liefert ihre Nummer und Kennung. Solche Einheiten fassen Böden einer Gegend zusammen. Die Kennung ist keine Bewertung der Tragfähigkeit und sagt nicht, wie sich der Boden auf dem Grundstück ausheben lässt.

    Bodenkarte: Bodeneinheiten der Bodenübersichtskarte BÜK200
  3. Mittleren Abstand zum Grundwasser einordnen

    Schalten Sie „Grundwasser“ ein und lesen Sie die Legende sowie die Angabe am Beispielpunkt. Achten Sie darauf, dass der Abstand unter der Geländeoberfläche gemeint ist.

    Karte öffnen
    Helle Grundwasserfläche im Kölner Norden; die Legende unterscheidet Abstandsstufen unter der Geländeoberfläche.
    Die helle Stufe beschreibt einen mittleren Abstand und gibt keine Entwarnung für den Kellerbau.

    Die helle Fläche am Punkt gehört zur Legendenstufe „ab 2 m“. Der mittlere Grundwasserabstand stammt aus einer Bodenübersichtskarte und gilt hier für ein Rasterfeld von rund 1 × 1 km. Er ist kein gemessener Wasserstand in einer Baugrube und kein Höchststand. Ob ein geplanter Keller zeitweise im Grundwasser liegen kann, bleibt zu untersuchen.

    Grundwasserkarte: Wie tief das Grundwasser im Mittel liegt
  4. Die Geländeneigung im richtigen Maßstab lesen

    Schalten Sie „Hangneigung“ ein und vergleichen Sie das Feld am Beispielpunkt mit der Legende. Prüfen Sie anschließend vor Ort, ob es auf dem Grundstück Böschungen oder Geländesprünge gibt.

    Karte öffnen
    Helles Hangneigungsfeld am Kölner Beispielpunkt mit Legendenstufe „bis 8 %“.
    Grundradar berechnet die Neigungsklasse für das Rasterfeld, nicht für die markierte Grundstücksfläche.

    Das helle Feld gehört zur Neigungsklasse bis 8 %, die Grundradar für ein Feld von 1 × 1 km aus einem Geländemodell berechnet. Das ist keine Vermessung der Grundstücksneigung. Kleine steile Stellen können im groben Raster fehlen und müssen für die Bauplanung gesondert betrachtet werden.

    Hangneigungskarte: Wie steil das Gelände ist
  5. Den örtlichen Bezug des Altbergbauhinweises prüfen

    Schalten Sie „Altbergbau“ ein. Lesen Sie den räumlichen Bezug des Treffers, bevor Sie ihn als Frage für das Baugrundgutachten übernehmen.

    Karte öffnen
    Helle Altbergbaufläche an der Neuenbaumer Straße mit Legendenangabe zur Anzahl von Tagesöffnungen je Gemeinde.
    Der Altbergbautreffer gilt für ganz Köln. Er verortet keinen Schacht am Beispielpunkt.

    Die helle Fläche zeigt hier eine Gemeindezählung. Die Abfrage nennt 11 erfasste Tagesöffnungen für ganz Köln mit Stand 2022. Gemeint sind Zugänge vom Gelände zum Bergbau, keine nachgewiesenen Öffnungen an der Neuenbaumer Straße. Ob das konkrete Grundstück betroffen ist, muss eine grundstücksbezogene Auskunft klären.

    Bergbaukarte: Altbergbau und Bergbauberechtigungen

Die Ebenen beschreiben große Flächen oder Rasterfelder. Auch beim Heranzoomen werden daraus keine Messungen auf dem Grundstück. Sie machen keine verlässlichen Angaben zur Tragfähigkeit, zur Gründungstiefe oder zum höchsten Grundwasserstand. Geben Sie die gesammelten Fragen an den Fachmann weiter, der das Baugrundgutachten erstellt.

Häufig gestellte Fragen

Wie halte ich widersprüchliche Baugrundhinweise fest?

Notieren Sie die Aussagen getrennt mit Ebene, Quelle und räumlichem Bezug. Geben Sie beide Hinweise an den Gutachter weiter, statt selbst eine der Angaben auszuwählen. Unterschiedliche Maßstäbe oder beschriebene Schichten können für die Einordnung wichtig sein.

Warum unterscheiden sich Geologie und Bodenkarte?

Die geologische Karte beschreibt das Gesteinsmaterial nahe der Oberfläche und kann Deckschicht und Untergrund getrennt nennen. Die Bodenkarte ordnet Böden großräumigen Bodeneinheiten zu. Beide betrachten die Gegend aus unterschiedlicher Sicht; keine von beiden misst die Tragfähigkeit des Bauplatzes.

Was gebe ich dem Gutachter aus der Kartenprüfung mit?

Geben Sie die Adresse, Kartenlinks und die Fragen zu Schichten, Grundwasser, Gelände und Bergbauhinweisen weiter. Vermerken Sie auch, wo Angaben fehlen. So bleibt erkennbar, was die Karte gezeigt hat und was erst auf dem Grundstück untersucht werden muss.