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Nebenkosten Grundstückskauf 2026: Steuer, Notar, Makler

Ohne Makler kostet ein Grundstück für 300.000 € nebenher zwischen 13.719,45 € in Bayern und 22.719,45 € in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein, also 4,6 bis 7,6 % des Kaufpreises. Den Unterschied macht die Grunderwerbsteuer, deren Satz jedes Bundesland selbst festlegt. Notar und Grundbuch kosten bei diesem Preis nach Tabelle B des Gerichts- und Notarkostengesetzes rechnerisch 3.219,45 €, Auslagen und eine Grundschuld nicht eingerechnet. Den Steuerbetrag für Ihren Kaufpreis rechnet der Grunderwerbsteuer-Rechner von Grundradar aus.

300.000 € ohne Makler

13.719–22.719 €

Grunderwerbsteuer

3,5–6,5 % je Bundesland

Notar + Grundbuch bei 300.000 €

3.219,45 €

Maklerprovision Bauplatz

frei vereinbar

Kauf & Kosten14 Min. LesezeitAktualisiert: 27.09.2026Autor: Lukas Brunner
Das Wichtigste im Überblick
Drei Posten fallen immer an. Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch kosten bei 300.000 € ohne Makler zusammen 13.719,45 € bis 22.719,45 €.
Die Grunderwerbsteuer ist der größte Posten. Bayern verlangt 3,5 %, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein verlangen 6,5 %.
Notar und Grundbuch rechnen nach Tabelle B. Bei 300.000 € sind das 3.219,45 €, bei 500.000 € 4.740,45 €; die Gebühren sind gesetzlich festgelegt.
Die hälftige Maklerteilung gilt nicht für Bauplätze. Das Gesetz von 2020 erfasst nur Wohnungen und Einfamilienhäuser, beim unbebauten Grundstück ist die Provision frei vereinbar.
Die Grunderwerbsteuer ist einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig. Als Eigentümer eintragen kann Sie das Grundbuchamt erst, wenn das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt hat, in der Regel nach Zahlung der Steuer.
Die Grundsteuer gehört nicht zu den Kaufnebenkosten. Sie kommt jedes Jahr und hängt vom Landesmodell und vom Hebesatz Ihrer Gemeinde ab.
Wie hoch sind die Nebenkosten bei 300.000 € Kaufpreis?

Bei 300.000 € Kaufpreis zahlen Sie ohne Makler zwischen 13.719,45 € und 22.719,45 € Nebenkosten. Notar und Grundbuch kosten rechnerisch 3.219,45 €, Auslagen und eine Grundschuld nicht eingerechnet. Die Grunderwerbsteuer hängt vom Bundesland ab. Eine Maklerprovision und Vermessungskosten kommen nur in bestimmten Fällen hinzu und stehen deshalb in eigenen Zeilen.

Grunderwerbsteuer nach den Landessätzen, Notar und Grundbuch nach GNotKG Anlage 2 (Tabelle B), Stand 17.09.2026. Der Maklersatz ist eine Annahme für das Beispiel, kein gesetzlicher Satz.
PostenGrundlageBetrag bei 300.000 €
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % je nach Bundesland10.500–19.500 €
Notar, inkl. 19 % Umsatzsteuer3,0 Gebühren nach Tabelle B2.266,95 €
Grundbuch1,5 Gebühren nach Tabelle B952,50 €
Summe ohne Makler4,6–7,6 % des Kaufpreises13.719,45–22.719,45 €
Maklerprovision, falls vereinbartBeispiel: 3,57 % inkl. Umsatzsteuer10.710 €
Summe mit diesem Makler8,1–11,1 % des Kaufpreises24.429,45–33.429,45 €
Vermessungnur bei Teilung oder fehlenden Grenzpunktennach Gebührenordnung des Landes
Grunderwerbsteuer-RechnerPrüfen Sie Lage, Richtwert und vorliegende Risikohinweise kostenlos.
Welche Kosten kommen zum Kaufpreis hinzu?

Ein Bauplatz, den die Gemeinde selbst verkauft. Ein Grundstück aus einem Maklerangebot. Ein Teil eines großen Gartens, den der Nachbar abgeben will. Alle drei kosten mehr als den Kaufpreis, aber nicht gleich viel mehr: Im ersten Fall bleiben Steuer, Notar und Grundbuch, im zweiten kommt die Provision dazu, im dritten die Vermessung für die Teilung.

Wie hoch die Summe am Ende ausfällt, entscheiden vor allem drei Dinge: das Bundesland, in dem das Grundstück liegt, ob ein Makler beteiligt ist und ob eine Bank den Kauf finanziert. Weil fast alle Posten fällig werden, bevor Sie als Eigentümer im Grundbuch stehen, gehört die Rechnung vor die Unterschrift beim Notar. Ob Ihre Bank die Nebenkosten mitfinanziert oder Eigenkapital dafür erwartet, klären Sie am besten im selben Gespräch wie das Darlehen.

Rechts- und Datenbasis: §§ 1, 3, 11, 13–15 GrEStG, § 38 AO, Art. 105 Abs. 2a GG, §§ 34, 47, 125 GNotKG, Anlage 1 und Anlage 2 (Tabelle B) GNotKG, § 12 UStG, §§ 656a, 656d BGB, §§ 15, 25 GrStG, § 7 Abs. 4 EStG

Welche Nebenkosten fallen beim Grundstückskauf an?

Bei jedem Grundstückskauf fallen drei Posten an: die Grunderwerbsteuer, die Gebühren des Notars und die Gebühren des Grundbuchamts. Die Grunderwerbsteuer ist mit 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises der größte Posten; bei 300.000 Euro sind das 10.500 bis 19.500 Euro. Notar und Grundbuch kosten zusammen je nach Kaufpreis etwa 0,9 bis 1,4 Prozent, weil beide nach derselben festen Gebührentabelle im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) abrechnen.

Drei weitere Posten hängen vom Einzelfall ab. Eine Maklerprovision entsteht nur, wenn Sie selbst einen Maklervertrag schließen oder im Kaufvertrag die Provision des Verkäufers übernehmen. Vermessungskosten fallen an, wenn ein Flurstück geteilt wird oder Grenzpunkte fehlen. Finanziert eine Bank den Kauf, kommen Notar- und Grundbuchgebühren für die Grundschuld hinzu, also für das Pfandrecht, mit dem die Bank ihr Darlehen am Grundstück absichert.

Eine Frage gehört ebenfalls vor den Kauf, auch wenn sie keine Kaufnebenkosten betrifft: Ist das Grundstück erschlossen, also an Straße, Wasser und Kanal angeschlossen? Für die erstmalige Erschließung erhebt die Gemeinde Beiträge, die nicht im Kaufpreis stecken müssen. Ob solche Beiträge noch offen sind, erfragen Sie vor der Unterschrift bei der Gemeinde. Die übrigen Prüfschritte vor dem Notartermin beschreibt der Ratgeber Grundstück kaufen.

Welcher Posten wann anfällt. Beträge für 300.000 € Kaufpreis ohne Makler.
PostenFällt anBei 300.000 €
Grunderwerbsteuerimmer, außer bei einer gesetzlichen Befreiung10.500–19.500 €
Notarimmer: Kaufvertrag, Vollzug, Betreuung2.266,95 € inkl. Umsatzsteuer
Grundbuchimmer: Vormerkung und Eintragung als Eigentümer952,50 €
Maklerprovisionnur mit eigenem Maklervertrag oder Übernahme im Kaufvertragfrei vereinbart
Vermessungbei Teilung oder fehlenden Grenzpunktennach Gebührenordnung des Landes
Grundschuldnur bei Finanzierunghängt vom Betrag der Grundschuld ab
Sechs Kostenposten beim Grundstückskauf von der Grunderwerbsteuer bis zur Grundschuld
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in meinem Bundesland?

Die Grunderwerbsteuer beträgt 2026 zwischen 3,5 Prozent in Bayern und 6,5 Prozent in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. Dazwischen liegen Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 5,0 Prozent, Bremen, Hamburg und Sachsen mit 5,5 Prozent sowie Berlin, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern mit 6,0 Prozent. Maßgeblich ist das Land, in dem das Grundstück liegt, nicht der Wohnort des Käufers. Für jedes Bundesland gibt es eine eigene Seite mit seinem Satz, Rechenbeispielen und einem auf das Land eingestellten Rechner, etwa zur Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen.

Unterschiedlich sind die Sätze, weil das Grundgesetz den Ländern seit 2006 erlaubt, den Steuersatz selbst zu bestimmen (Art. 105 Abs. 2a GG). Das Bundesgesetz selbst nennt 3,5 Prozent (§ 11 GrEStG); bei diesem Satz ist nur Bayern geblieben. Die jüngsten Änderungen: Hamburg und Sachsen haben zum 01.01.2023 auf 5,5 Prozent erhöht, Thüringen hat zum 01.01.2024 von 6,5 auf 5,0 Prozent gesenkt, und Bremen hat zum 01.07.2025 von 5,0 auf 5,5 Prozent angehoben. Nordrhein-Westfalen steht seit 2015 bei 6,5 Prozent.

Die Steuer entsteht mit dem wirksamen Kaufvertrag, also in aller Regel mit der Beurkundung beim Notar. Das folgt aus § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG zusammen mit § 38 der Abgabenordnung, nach dem ein Steueranspruch entsteht, sobald der gesetzliche Tatbestand erfüllt ist. § 14 GrEStG regelt nur Sonderfälle: Hängt der Vertrag von einer Bedingung oder einer Genehmigung ab, entsteht die Steuer erst, wenn die Bedingung eintritt oder die Genehmigung erteilt ist.

Steuerschuldner sind Käufer und Verkäufer gemeinsam (§ 13 GrEStG); im Kaufvertrag übernimmt üblicherweise der Käufer die Steuer. Berechnet wird sie auf den vereinbarten Kaufpreis, nicht auf den Bodenrichtwert oder einen geschätzten Verkehrswert. Wer Standorte in verschiedenen Ländern vergleicht, sollte die Steuer deshalb direkt in den Preisvergleich einrechnen: Bei 300.000 Euro liegen zwischen Bayern und den 6,5-Prozent-Ländern 9.000 Euro.

Grunderwerbsteuersätze 2026 nach Bundesland von 3,5 % in Bayern bis 6,5 % in vier Ländern
Wann fällt keine Grunderwerbsteuer an?

Keine Grunderwerbsteuer fällt an, wenn der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner, ein Kind oder ein Enkel das Grundstück kauft, und ebenso bei Käufen bis 2.500 Euro. Diese Befreiungen stehen in § 3 GrEStG: Nummer 4 nennt Ehegatten und Lebenspartner, Nummer 6 Verwandte in gerader Linie, also Eltern, Kinder, Großeltern und Enkel. Die Grenze von 2.500 Euro in Nummer 1 betrifft beim Bauland fast nur Splitterflächen, etwa einen schmalen Streifen zum Nachbarn.

Wird ein Grundstück vererbt oder verschenkt, fällt ebenfalls keine Grunderwerbsteuer an; dafür gilt das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht mit eigenen Freibeträgen. Eine Übertragung in der Familie ist also nicht automatisch steuerfrei, sie fällt nur unter ein anderes Gesetz.

Bei allen anderen Käufen ist die Steuer auf den Kaufpreis fällig. Dazu zählen auch Leistungen, die der Käufer neben dem Preis übernimmt, zum Beispiel eine bestehende Belastung des Verkäufers. Beim Kauf eines bebauten Grundstücks kann es sich lohnen, eine Einbauküche oder andere bewegliche Gegenstände mit einem realistischen Wert gesondert im Vertrag auszuweisen, weil sie nicht zum Grundstück gehören. Beim reinen Bauplatz gibt es solches Inventar in der Regel nicht.

Entscheidungsbaum zur Grunderwerbsteuer-Befreiung nach Verwandtschaftsgrad und Erwerbsart
Wie hoch sind die Notarkosten beim Grundstückskauf?

Für einen Grundstückskaufvertrag berechnet der Notar in der Regel drei volle Gebühren nach dem GNotKG plus 19 Prozent Umsatzsteuer; bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das 1.905 Euro netto und 2.266,95 Euro brutto. Die Höhe einer vollen Gebühr, der sogenannten 1,0-Gebühr, steht in Tabelle B des Gesetzes und hängt vom Geschäftswert ab. Beim Kauf ist das der Kaufpreis, bei einem höheren Verkehrswert dieser (§ 47 GNotKG). Für 300.000 Euro gilt die Stufe „bis 320.000 Euro“ mit 635 Euro.

Die drei Gebühren setzen sich aus drei Tätigkeiten zusammen, die das Kostenverzeichnis des GNotKG einzeln nummeriert. Für die Beurkundung des Kaufvertrags fällt das Doppelte an (Nr. 21100, Satz 2,0). Die Vollzugsgebühr (Nr. 22110, Satz 0,5) deckt ab, dass der Notar Genehmigungen und Erklärungen einholt, etwa die Auskunft der Gemeinde, ob sie ein Vorkaufsrecht ausübt. Die Betreuungsgebühr (Nr. 22200, Satz 0,5) entsteht zum Beispiel, wenn der Notar dem Käufer mitteilt, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind und der Kaufpreis gezahlt werden kann.

Nicht jede Rechnung enthält alle drei Posten in voller Höhe. Holt der Notar nur einzelne behördliche Erklärungen ein, ist die Vollzugsgebühr auf höchstens 50 Euro je Erklärung begrenzt (Nr. 22112). Die Umsatzsteuer fällt an, weil Notarleistungen steuerpflichtige Umsätze sind (§ 12 Abs. 1 UStG); die Gebühren des Grundbuchamts sind dagegen Gerichtskosten ohne Umsatzsteuer. Kleinere Auslagen, zum Beispiel für Abschriften, kommen auf der Notarrechnung hinzu.

Verhandeln lässt sich keine dieser Gebühren, und bei steigendem Kaufpreis sinkt ihr Anteil. Die Tabelle zeigt Notar und Grundbuch für sechs Kaufpreise, gerechnet mit 3,0 Gebühren für den Notar und 1,5 Gebühren für das Grundbuch. Bei 100.000 Euro machen beide zusammen 1,38 Prozent des Preises aus, bei einer Million Euro nur noch 0,88 Prozent, weil Tabelle B mit höheren Werten flacher ansteigt.

Notar (3,0) und Grundbuch (1,5) nach GNotKG Anlage 2, Tabelle B. Umsatzsteuer nur auf den Notaranteil. Ohne Auslagen und ohne Grundschuld.
Kaufpreis1,0-GebührNotar nettoUmsatzsteuer 19 %GrundbuchSummeAnteil
100.000 €273,00 €819,00 €155,61 €409,50 €1.384,11 €1,38 %
250.000 €535,00 €1.605,00 €304,95 €802,50 €2.712,45 €1,08 %
300.000 €635,00 €1.905,00 €361,95 €952,50 €3.219,45 €1,07 %
500.000 €935,00 €2.805,00 €532,95 €1.402,50 €4.740,45 €0,95 %
750.000 €1.335,00 €4.005,00 €760,95 €2.002,50 €6.768,45 €0,90 %
1.000.000 €1.735,00 €5.205,00 €988,95 €2.602,50 €8.796,45 €0,88 %
Notar- und Grundbuchgebühren in Euro für Kaufpreise von 100.000 bis 1 Million Euro

Für den Kaufvertrag können Sie Notare nach Stadt auswählen. Die gesetzlichen Gebühren richten sich nach dem Geschäftswert und den tatsächlich anfallenden Gebührentatbeständen.

Was kostet der Eintrag ins Grundbuch?

Das Grundbuchamt berechnet beim Kauf eineinhalb Gebühren, eine halbe für die Auflassungsvormerkung und eine volle für die Eintragung als Eigentümer. Bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das 317,50 Euro und 635 Euro, zusammen 952,50 Euro. Umsatzsteuer fällt darauf nicht an.

Die Auflassungsvormerkung (Nr. 14150 des Kostenverzeichnisses, Satz 0,5) wird kurz nach der Beurkundung eingetragen. Sie reserviert das Grundstück für den Käufer: Verkauft der Eigentümer es danach ein zweites Mal oder belastet es mit einer Grundschuld, muss der Käufer das nicht gegen sich gelten lassen. Deshalb zahlt die Bank den Kaufpreis in der Regel erst, wenn die Vormerkung im Grundbuch steht.

Die Eintragung als Eigentümer (Nr. 14110, Satz 1,0) ist der Schritt, mit dem der Käufer rechtlich Eigentümer wird. Das Grundbuchamt nimmt sie erst vor, wenn das Finanzamt bestätigt hat, dass die Grunderwerbsteuer bezahlt, sichergestellt oder gestundet ist oder keine Steuer anfällt; diese Bestätigung heißt Unbedenklichkeitsbescheinigung. Wie lange das dauert, hängt also auch davon ab, wie schnell Sie den Steuerbescheid bezahlen.

Finanziert eine Bank den Kauf, trägt das Grundbuchamt zusätzlich die Grundschuld ein. Dafür fällt eine volle Gebühr an (Nr. 14121), berechnet nach dem Betrag der Grundschuld, nicht nach dem Kaufpreis. Den Kaufvertrag und die Grundschuld beurkundet in der Regel derselbe Notar; für die Grundschuld berechnet er eine weitere volle Gebühr (Nr. 21200) plus Umsatzsteuer. Alte Belastungen des Verkäufers löschen zu lassen, ist nach den üblichen Kaufverträgen Sache des Verkäufers; prüfen Sie das im Vertragsentwurf.

Wann kommen Vermessungskosten dazu?

Vermessungskosten kommen nur dazu, wenn ein Flurstück geteilt wird oder die Grenzen des Grundstücks vor Ort nicht mehr eindeutig markiert sind. Wer ein bestehendes Flurstück mit vorhandenen Grenzsteinen kauft, zahlt in der Regel nichts für eine Vermessung. Ein Flurstück ist die kleinste Einheit im Liegenschaftskataster, dem amtlichen Verzeichnis aller Grundstücke mit ihren Grenzen.

Die Teilungsvermessung ist der häufigste Fall. Soll aus einem großen Grundstück ein Bauplatz herausgelöst werden, muss eine Vermessungsstelle die neue Grenze festlegen, markieren und ins Kataster übernehmen lassen. Erst danach gibt es ein eigenes Flurstück, das verkauft und im Grundbuch umgeschrieben werden kann. Wer die Teilung bezahlt, sollte im Kaufvertrag stehen, weil sie vor allem im Interesse des Verkäufers liegt, der den Rest behält.

Die Gebühren legt jedes Bundesland in einer eigenen Vermessungsgebührenordnung fest. Sie richten sich meist nach dem Aufwand, der Grenzlänge und dem Wert des Bodens, sodass ein bundesweiter Pauschalbetrag in die falsche Richtung führen kann. Vor dem Kauf eines Teilgrundstücks lohnt es sich deshalb, beim Katasteramt oder bei einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur einen Kostenvoranschlag für genau diese Teilung einzuholen.

Muss ich beim Grundstückskauf Maklerprovision zahlen?

Maklerprovision zahlen Sie nur, wenn Sie selbst einen Maklervertrag abschließen oder im Kaufvertrag die Provision des Verkäufers übernehmen. Beim unbebauten Grundstück ist ihre Höhe frei vereinbar. Die gesetzliche Teilung der Provision zwischen Käufer und Verkäufer, die seit dem 23.12.2020 gilt, betrifft nach § 656a und § 656d BGB nur den Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses durch einen Verbraucher. Für einen Bauplatz greift sie nicht.

Für den Käufer heißt das: Beim Bauplatz kann ein Maklervertrag die gesamte Provision auf ihn legen. Lesen Sie deshalb vor der ersten Besichtigung, was der Makler in seinem Exposé oder seiner E-Mail als Provision verlangt, denn wer daraufhin die Leistungen des Maklers annimmt, kann damit bereits einen Maklervertrag schließen. Kaufen Sie dagegen ein Einfamilienhaus mitsamt Grundstück, darf nach § 656d BGB höchstens die Hälfte auf Sie entfallen, wenn nur der Verkäufer den Makler beauftragt hat.

Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung. Vereinbart ein Käufer 3,57 Prozent inklusive Umsatzsteuer, also 3 Prozent netto, zahlt er bei 300.000 Euro Kaufpreis 10.710 Euro. Das ist eine Annahme für die Rechnung, kein gesetzlicher oder üblicher Höchstsatz. Wer einen Bauplatz direkt von der Gemeinde oder vom Eigentümer kauft, zahlt überhaupt keine Provision.

Vorsicht gilt bei Angeboten, die Grundstück und Hausbau aus einer Hand verbinden. Hängen Grundstückskauf und Bauvertrag eng zusammen, kann das Finanzamt beide als ein Geschäft werten und die Grunderwerbsteuer auch auf den Preis des Hauses erheben. Lassen Sie ein solches Paket vor der Unterschrift steuerlich prüfen.

Für die Suche und den Vergleich können Sie Immobilienmakler nach Stadt auswählen. Prüfen Sie vor der ersten Maklerleistung, welcher Provisionssatz vereinbart wird und wer ihn trägt.

Wie viel Nebenkosten fallen bei 300.000 Euro in jedem Bundesland an?

Bei 300.000 Euro Kaufpreis ohne Makler zahlen Käufer in Bayern 13.719,45 Euro Nebenkosten und in den vier Ländern mit 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer 22.719,45 Euro. Die Tabelle zeigt alle fünf Steuersätze, jeweils ohne und mit einer vereinbarten Maklerprovision von 3,57 Prozent. Notar und Grundbuch sind in jeder Zeile mit 3.219,45 Euro angesetzt, denn diese Gebühren sind bundesweit gleich.

In Nordrhein-Westfalen setzt sich die Summe von 22.719,45 Euro so zusammen: 19.500 Euro Grunderwerbsteuer, 1.905 Euro Notargebühren, 361,95 Euro Umsatzsteuer auf die Notargebühren und 952,50 Euro für das Grundbuch. Die Grunderwerbsteuer macht damit knapp 86 Prozent der Nebenkosten aus. Nicht enthalten sind eine Grundschuld für die Bank, Vermessungskosten und die Auslagen des Notars.

Je höher der Kaufpreis, desto größer ist der Unterschied zwischen den Ländern. Bei 600.000 Euro liegen zwischen Bayern und den 6,5-Prozent-Ländern 18.000 Euro Steuer, bei einer Million Euro 30.000 Euro. Ihren eigenen Kaufpreis rechnen Sie im Grunderwerbsteuer-Rechner durch.

Nebenkosten bei 300.000 € Kaufpreis nach Steuersatz. Notar und Grundbuch 3.219,45 €; Maklerprovision 10.710 € als Annahme.
BundesländerSteuerOhne MaklerMit Makler
Bayern (3,5 %)10.500 €13.719,45 € (4,57 %)24.429,45 € (8,14 %)
Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen (5,0 %)15.000 €18.219,45 € (6,07 %)28.929,45 € (9,64 %)
Bremen, Hamburg, Sachsen (5,5 %)16.500 €19.719,45 € (6,57 %)30.429,45 € (10,14 %)
Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern (6,0 %)18.000 €21.219,45 € (7,07 %)31.929,45 € (10,64 %)
Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein (6,5 %)19.500 €22.719,45 € (7,57 %)33.429,45 € (11,14 %)
Nebenkosten bei 300.000 Euro Kaufpreis in Nordrhein-Westfalen ohne Makler: 19.500 Euro Grunderwerbsteuer und 3.219,45 Euro für Notar und Grundbuch, zusammen 22.719,45 Euro
Wie berechne ich die Nebenkosten für meinen Kaufpreis selbst?

Sie berechnen die Nebenkosten in fünf Schritten: die Steuer aus dem Landessatz, die volle Gebühr nach dem GNotKG für Ihren Kaufpreis, daraus Notar und Grundbuch, und zuletzt die Posten, die nur bei Ihnen anfallen. Das Beispiel geht diese Schritte für einen Bauplatz in Niedersachsen durch, der 180.000 Euro kostet, ohne Makler gekauft und mit einer Grundschuld über 150.000 Euro finanziert wird.

Für eine schnelle Schätzung mit dem eigenen Kaufpreis dient der Grunderwerbsteuer-Rechner als Nebenkostenrechner: Er rechnet die Steuer und eine eingegebene Maklerprovision aus, setzt Notar und Grundbuch aber pauschal mit 2 Prozent des Kaufpreises an. Das liegt über den tatsächlichen Gebühren, bei 180.000 Euro um 1.531,44 Euro. Wer die Gebühren genau wissen will, braucht nur die Stufe aus Tabelle B und die Gebührensätze.

  1. Steuer ausrechnen: Kaufpreis mal Steuersatz des Bundeslands, in dem das Grundstück liegt.
  2. Gebührenstufe ablesen: In Tabelle B des GNotKG die erste Stufe suchen, die den Kaufpreis erreicht; daneben steht die 1,0-Gebühr. 180.000 Euro fallen in die Stufe „bis 185.000 Euro“ mit 408 Euro.
  3. Notar ausrechnen: 1,0-Gebühr mal 3,0 für Beurkundung, Vollzug und Betreuung, dazu 19 Prozent Umsatzsteuer.
  4. Grundbuch ausrechnen: 1,0-Gebühr mal 1,5 für Vormerkung und Eintragung als Eigentümer, ohne Umsatzsteuer.
  5. Eigene Posten ergänzen: für eine Grundschuld je eine volle Gebühr bei Notar und Grundbuch aus der Stufe für den Betrag der Grundschuld, für eine vereinbarte Maklerprovision den Prozentsatz vom Kaufpreis.
Beispiel: Bauplatz in Niedersachsen für 180.000 €, ohne Makler, Grundschuld 150.000 €. Gebühren nach GNotKG Anlage 1 und Anlage 2 (Tabelle B).
PostenRechnungBetrag
Grunderwerbsteuer180.000 € × 5,0 %9.000,00 €
Notar: Beurkundung (Nr. 21100)2,0 × 408 €816,00 €
Notar: Vollzug (Nr. 22110)0,5 × 408 €204,00 €
Notar: Betreuung (Nr. 22200)0,5 × 408 €204,00 €
Umsatzsteuer auf den Notar1.224 € × 19 %232,56 €
Grundbuch: Vormerkung (Nr. 14150)0,5 × 408 €204,00 €
Grundbuch: Eigentümer (Nr. 14110)1,0 × 408 €408,00 €
Zwischensumme Kauf6,15 % des Kaufpreises11.068,56 €
Notar: Grundschuld (Nr. 21200) inkl. Umsatzsteuer1,0 × 354 € × 1,19421,26 €
Grundbuch: Grundschuld (Nr. 14121)1,0 × 354 €354,00 €
Summe mit Finanzierung6,58 % des Kaufpreises11.843,82 €
Wann muss ich die Nebenkosten bezahlen, und zahlt die Bank sie mit?

Die Nebenkosten werden in den Wochen nach dem Notartermin fällig, und ob die Bank sie mitfinanziert, entscheidet jede Bank selbst. Welcher Anteil aus eigenem Geld kommen muss, steht im Darlehensangebot, nicht im Gesetz. Fragen Sie deshalb schon beim ersten Finanzierungsgespräch, welcher Eigenkapitalanteil für Ihr Angebot vorausgesetzt wird und ob ein höherer Darlehensbetrag den Zinssatz verändert.

Die Grunderwerbsteuer ist einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig (§ 15 GrEStG); das Finanzamt darf eine längere Frist setzen. Den Bescheid verschickt es, nachdem der Notar den Kaufvertrag gemeldet hat. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt das Finanzamt, wenn die Grunderwerbsteuer bezahlt, sichergestellt oder gestundet ist oder keine Steuer anfällt. Ohne sie trägt das Grundbuchamt den Käufer nicht als Eigentümer ein.

Nach der Beurkundung kommt in der Regel bald die Notarrechnung, die Rechnungen des Grundbuchamts folgen einzeln nach jeder Eintragung. Den Zahlungstermin einer Maklerprovision bestimmt der Maklervertrag. Wer das Geld dafür auf einem Tagesgeldkonto bereithält, statt es in die Anzahlung zu stecken, gerät zwischen Beurkundung und Eigentumsumschreibung nicht in Zahlungsnot.

Ablauf vom Notartermin über Vormerkung und Steuerbescheid bis zur Eigentumsumschreibung

Wenn die Nebenkosten in die Finanzierung einbezogen werden sollen, finden Sie Anbieter für Baufinanzierung nach Stadt. Legen Sie Kaufpreis, Eigenkapital und die einzeln berechneten Nebenkosten zum Gespräch vor.

Welche Grundsteuer kommt nach dem Kauf auf mich zu?

Nach dem Kauf zahlen Sie jedes Jahr Grundsteuer an die Gemeinde; sie gehört nicht zu den Kaufnebenkosten, sondern zu den laufenden Kosten des Grundstücks. Wie hoch sie ausfällt, hängt davon ab, nach welchem Modell Ihr Bundesland seit dem 01.01.2025 bewertet und welchen Hebesatz Ihre Gemeinde festlegt.

Fünf Länder haben eigene Modelle eingeführt: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen. Berlin, Bremen, das Saarland und Sachsen wenden das Bundesmodell mit eigenen Steuermesszahlen an, Thüringen ab 2027 ebenso. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein dürfen die Gemeinden für Wohn- und Nichtwohngrundstücke unterschiedliche Hebesätze festlegen. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wenden das Bundesmodell ohne diese Abweichungen an. Wie die einzelnen Modelle rechnen, erklärt der Ratgeber zur Grundsteuerreform 2025.

Wer die Grundsteuer im Kaufjahr trägt, regelt der Kaufvertrag. Üblich ist ein Stichtag, an dem Besitz, Nutzen und Lasten auf den Käufer übergehen; ab dann erstattet der Käufer dem Verkäufer die Grundsteuer anteilig. Der Steuerbescheid der Gemeinde kann für das laufende Jahr trotzdem noch an den Verkäufer gehen.

Wie finde ich heraus, wie hoch die Grundsteuer für mein Grundstück wird?

Die Grundsteuer ergibt sich aus dem Grundsteuermessbetrag, den das Finanzamt festsetzt, mal dem Hebesatz der Gemeinde, geteilt durch 100. Ein Messbetrag von 60 Euro ergibt bei einem Hebesatz von 500 Prozent 300 Euro im Jahr. Den Hebesatz legt jede Gemeinde selbst fest (§ 25 GrStG); Sie finden ihn im Grundsteuer-Hebesatz-Rechner oder in der Hebesatzsatzung der Gemeinde.

Für ein Baugrundstück sind zwei Hebesätze wichtig. Grundsteuer B gilt für bebaute und bebaubare Grundstücke. Seit 2025 dürfen Gemeinden außerdem eine Grundsteuer C mit einem höheren Hebesatz für baureife, aber unbebaute Grundstücke erheben, damit Bauland nicht auf Vorrat liegen bleibt. Wer einen Bauplatz kauft und erst in einigen Jahren bauen will, sollte deshalb bei der Gemeinde fragen, ob sie eine Grundsteuer C erhebt.

Ein niedriger Hebesatz bedeutet nicht automatisch eine niedrige Steuer, weil der Messbetrag je nach Landesmodell sehr unterschiedlich ausfällt. Im Bundesmodell beträgt die Steuermesszahl für unbebaute Grundstücke 0,34 Promille des Grundsteuerwerts (§ 15 GrStG). Vergleichbar werden zwei Gemeinden erst, wenn Sie Messbetrag und Hebesatz zusammen betrachten, nicht den Hebesatz allein.

Kann ich die Nebenkosten beim Grundstückskauf von der Steuer absetzen?

Wer das Grundstück selbst bewohnt, kann die Nebenkosten nicht von der Steuer absetzen, und auch beim Vermieten gilt das nicht für den Boden. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler zählen steuerlich zu den Anschaffungskosten. Anschaffungskosten mindern die Einkommensteuer nur, soweit sie auf ein Wirtschaftsgut entfallen, das sich abnutzt, und Grund und Boden nutzt sich nicht ab.

Für einen reinen Bauplatz heißt das: Die Nebenkosten des Kaufs gehören vollständig zu den Anschaffungskosten des Bodens und werden nicht abgeschrieben, auch wenn später ein vermietetes Haus darauf entsteht. Abschreiben lassen sich dann die Baukosten des Gebäudes, für ein Wohngebäude, das nach dem 31.12.2022 fertiggestellt wird, jährlich mit 3 Prozent (§ 7 Abs. 4 EStG).

Anders beim Kauf eines vermieteten Hauses mit Grundstück. Hier teilen sich Kaufpreis und Nebenkosten auf Boden und Gebäude auf, und nur der Gebäudeanteil wird abgeschrieben, bei Gebäuden aus den Jahren 1925 bis 2022 mit 2 Prozent im Jahr. Eine realistische Aufteilung im Kaufvertrag erleichtert die Steuererklärung; eine offensichtlich zu hohe Gebäudequote kann das Finanzamt korrigieren. Einen ersten Anhaltspunkt für den Bodenanteil gibt der amtliche Bodenrichtwert der Zone zu seinem Stichtag, den Sie in der Bodenrichtwertkarte nachsehen können. Bei gewerblichen Käufen oder Käufen über eine Gesellschaft lohnt sich eine Steuerberatung vor der Beurkundung.

Woher stammen die Sätze und Gebühren auf dieser Seite?

Die Grunderwerbsteuersätze stammen aus dem Landesrecht; der Satz von 3,5 Prozent steht in § 11 GrEStG. Die jüngsten Änderungen in Bremen, Sachsen und Thüringen sind mit den Mitteilungen von Senat, Staatsministerium und Landtag belegt.

Alle Notar- und Grundbuchgebühren sind aus dem Gesetzestext gerechnet, nicht aus Durchschnittswerten. Die 1,0-Gebühr stammt aus Anlage 2 (Tabelle B) des GNotKG, die Gebührensätze aus dem Kostenverzeichnis in Anlage 1. Für den Notar sind 3,0 Gebühren angesetzt (Beurkundung 2,0, Vollzug 0,5, Betreuung 0,5) plus 19 Prozent Umsatzsteuer, für das Grundbuch 1,5 Gebühren (Vormerkung 0,5, Eigentümer 1,0) ohne Umsatzsteuer. Auslagen des Notars und Kosten einer Grundschuld sind nur dort enthalten, wo sie ausdrücklich genannt sind.

Die Maklerprovision von 3,57 Prozent ist eine Rechenannahme. Einen gesetzlichen Satz gibt es nicht, und für Vermessungskosten nennt die Seite keine Beträge, weil sie in jedem Bundesland nach einer eigenen Gebührenordnung berechnet werden. Die Einteilung der Grundsteuermodelle folgt den Fragen und Antworten des Bundesfinanzministeriums.

Grunderwerbsteuersätze
16 Länder
Gebührentabelle
GNotKG Anlage 2, Tabelle B
Gebührensätze
Notar 3,0, Grundbuch 1,5
Grundsteuermodelle
5 eigene Landesmodelle
Wie viel Grunderwerbsteuer fällt bei 300.000 € in jedem Bundesland an?
Grunderwerbsteuer aller 16 Bundesländer und Steuerbetrag bei 300.000 € Kaufpreis. Quelle: Landesrecht, § 11 GrEStG.
BundeslandSatzSteuer bei 300.000 €
Baden-Württemberg5,0 %15.000 €
Bayern3,5 %10.500 €
Berlin6,0 %18.000 €
Brandenburg6,5 %19.500 €
Bremen5,5 %16.500 €
Hamburg5,5 %16.500 €
Hessen6,0 %18.000 €
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %18.000 €
Niedersachsen5,0 %15.000 €
Nordrhein-Westfalen6,5 %19.500 €
Rheinland-Pfalz5,0 %15.000 €
Saarland6,5 %19.500 €
Sachsen5,5 %16.500 €
Sachsen-Anhalt5,0 %15.000 €
Schleswig-Holstein6,5 %19.500 €
Thüringen5,0 %15.000 €

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Grundstückskauf 2026?

Die Nebenkosten beim Grundstückskauf liegen ohne Makler bei 300.000 Euro Kaufpreis zwischen 4,57 und 7,57 Prozent. Bei kleineren Kaufpreisen ist der Anteil höher, weil Notar und Grundbuch dann anteilig mehr kosten: Ein Grundstück für 100.000 Euro in Nordrhein-Westfalen kostet 6.500 Euro Steuer plus 1.384,11 Euro Gebühren, zusammen 7,88 Prozent des Kaufpreises.

Welches Bundesland hat die niedrigste Grunderwerbsteuer?

Bayern hat mit 3,5 Prozent die niedrigste Grunderwerbsteuer. Bis Ende 2022 lag auch Sachsen bei diesem Satz, hat ihn aber zum 01.01.2023 auf 5,5 Prozent erhöht. Seitdem ist Bayern das einzige Land am Bundesminimum.

Wer zahlt die Grunderwerbsteuer beim Grundstückskauf?

Im Kaufvertrag übernimmt fast immer der Käufer die Grunderwerbsteuer. Gegenüber dem Finanzamt schulden sie aber Käufer und Verkäufer gemeinsam (§ 13 GrEStG). Zahlt der Käufer nicht, kann sich das Finanzamt deshalb auch an den Verkäufer halten, der sich das Geld dann vom Käufer zurückholen muss.

Fällt Grunderwerbsteuer an, wenn ich von meinen Geschwistern kaufe?

Ja. Die Befreiung in § 3 GrEStG gilt nur für Verwandte in gerader Linie, also Eltern, Kinder, Großeltern und Enkel, sowie für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner. Geschwister, Nichten, Neffen, Tanten und Onkel sind Verwandte in der Seitenlinie und zahlen den vollen Landessatz.

Was kostet es, wenn der Grundstückskauf scheitert?

Wird ein Kaufvertrag innerhalb von zwei Jahren nach Entstehung der Steuer einvernehmlich rückgängig gemacht, setzt das Finanzamt die Grunderwerbsteuer nicht fest oder hebt den Bescheid auf (§ 16 GrEStG). Die Notargebühren für den beurkundeten Vertrag bleiben trotzdem fällig. Für die Löschung der Auflassungsvormerkung berechnet das Grundbuchamt 25 Euro (Nr. 14152 des Kostenverzeichnisses zum GNotKG).

Welche Nebenkosten fallen beim Grundstückskauf ohne Makler an?

Ohne Makler bleiben Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch. Für ein Grundstück, das in Hessen 500.000 Euro kostet, sind das 30.000 Euro Steuer (6,0 Prozent), 3.337,95 Euro für den Notar einschließlich Umsatzsteuer und 1.402,50 Euro für das Grundbuch, zusammen 34.740,45 Euro oder 6,95 Prozent des Kaufpreises. Eine Grundschuld für die Bank käme noch hinzu.

Was steht auf der Rechnung des Notars?

Die Kostenberechnung des Notars nennt den Geschäftswert, meist den Kaufpreis, und für jede Gebühr die Nummer aus dem Kostenverzeichnis des GNotKG mit dem Gebührensatz: 21100 für die Beurkundung mit 2,0, 22110 für den Vollzug und 22200 für die Betreuung mit je 0,5. Darunter folgen Auslagen, etwa für Abschriften und Post, und zum Schluss die Umsatzsteuer. Prüfen lässt sich die Rechnung, indem Sie den Geschäftswert in der Gebührentabelle nachschlagen und die Sätze nachrechnen.

Sind Notargebühren verhandelbar?

Nein. Nach § 125 GNotKG sind Vereinbarungen über die Höhe der Notarkosten unwirksam; ein Rabatt wäre also rechtlich nichtig. Senken lassen sich die Kosten nur über den Umfang der Tätigkeit, etwa wenn der Notar weniger Erklärungen einholen muss.

Hat die Kostenrechtsänderung 2025 die Notarkosten erhöht?

Für den Grundstückskauf nicht. Das Gesetz zur Änderung des Kostenrechts (BGBl. 2025 I Nr. 109) hat zum 01.06.2025 die Tabelle A des GNotKG um rund 6 Prozent angehoben, bei 500.000 Euro zum Beispiel von 3.901 Euro auf 4.138 Euro. Notar- und Grundbuchgebühren beim Kauf berechnen sich aber nach Tabelle B, und deren Beträge sind unverändert geblieben.

Welche Bundesländer haben eigene Grundsteuermodelle?

Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen haben eigene Grundsteuermodelle. Der Bundesfinanzhof hat am 20.05.2026 entschieden, dass er das baden-württembergische Landesgesetz nicht für verfassungswidrig hält (II R 26/24, II R 27/24). Über die Modelle in Hamburg und Hessen will er voraussichtlich im November 2026 verhandeln, über das bayerische Modell in der ersten Jahreshälfte 2027.

Wo steht der Grundsteuer-Hebesatz meiner Gemeinde?

Der Grundsteuer-Hebesatz steht in der Hebesatzsatzung der Gemeinde, die meist mit dem Haushalt beschlossen wird, und auf jedem Grundsteuerbescheid. Vor dem Kauf eines Grundstücks können Sie den Verkäufer bitten, Ihnen seinen letzten Bescheid zu zeigen; darauf stehen Hebesatz und Jahresbetrag für genau dieses Grundstück.

Kann der Verkäufer die ganze Maklerprovision auf mich abwälzen?

Beim Kauf eines unbebauten Grundstücks ja, wenn Sie einem entsprechenden Maklervertrag zustimmen oder im Kaufvertrag die Provision des Verkäufers übernehmen, denn die gesetzliche Teilung gilt dort nicht. Beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses als Verbraucher schützt Sie § 656d BGB: Hat nur der Verkäufer den Makler beauftragt, darf höchstens die Hälfte der Provision auf Sie übertragen werden.

Wann werden Vermessungskosten nach dem Grundstückskauf fällig?

Vermessungskosten können auch nach dem Kauf noch anfallen: Wer auf dem Grundstück neu baut, muss das fertige Gebäude in vielen Bundesländern ins Liegenschaftskataster einmessen lassen. Diese Gebäudeeinmessung gehört zu den Baukosten, nicht zu den Kaufnebenkosten, und wird nach der Vermessungsgebührenordnung des Landes berechnet.

Welche Abschreibung gilt für ein vermietetes Haus von vor 1925?

Für Gebäude, die vor dem 01.01.1925 fertiggestellt wurden, beträgt die Abschreibung jährlich 2,5 Prozent (§ 7 Abs. 4 EStG). Die Nebenkosten des Kaufs werden anteilig auf den Gebäudewert aufgeschlagen und mit demselben Satz abgeschrieben; der Anteil für den Boden bleibt außen vor.

Was ist der Unterschied zwischen Grunderwerbsteuer und Grundsteuer?

Die Grunderwerbsteuer zahlen Sie einmal beim Kauf an das Finanzamt, die Grundsteuer jedes Jahr an die Gemeinde. Die Grunderwerbsteuer richtet sich nach dem Kaufpreis und dem Satz des Bundeslands. Die Grundsteuer richtet sich nach dem Messbetrag des Finanzamts und dem Hebesatz der Gemeinde, und sie fällt auch dann an, wenn das Grundstück geerbt oder verschenkt wurde.

Wann muss ich die Grunderwerbsteuer bezahlen?

Die Grunderwerbsteuer ist einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig; das Finanzamt darf im Bescheid eine längere Frist setzen (§ 15 GrEStG). Den genauen Fälligkeitstag nennt der Bescheid. Als Eigentümer eintragen kann das Grundbuchamt Sie erst mit der Unbedenklichkeitsbescheinigung, und die erteilt das Finanzamt, wenn die Steuer bezahlt, sichergestellt oder gestundet ist.

Warum finanzieren Banken die Kaufnebenkosten oft nicht mit?

Weil die Nebenkosten den Wert des Grundstücks nicht erhöhen. Die Bank sichert ihr Darlehen über die Grundschuld am Grundstück ab; Steuer, Notar und Makler sind bezahlt und verschwunden, falls sie das Grundstück je verwerten muss. Ein Darlehen über Kaufpreis und Nebenkosten ist deshalb schlechter abgesichert, und die Bank kann dafür einen höheren Zinssatz verlangen.

Fazit

Für die Kaufkalkulation reichen drei feste Zahlen und zwei Fragen. Die festen Zahlen sind der Grunderwerbsteuersatz des Bundeslands, die 1,0-Gebühr aus Tabelle B für den Kaufpreis und die Gebührensätze von 3,0 für den Notar und 1,5 für das Grundbuch. Die Fragen lauten, ob ein Maklervertrag besteht und ob eine Bank eine Grundschuld eintragen lässt.

Bei einem Bauplatz trägt der Käufer die vereinbarte Provision in voller Höhe, weil die gesetzliche Teilung nur für Wohnungen und Einfamilienhäuser gilt. Die laufende Grundsteuer gehört nicht in diese Rechnung, sondern in das Jahresbudget nach dem Kauf. Den Steuerbetrag für einen konkreten Kaufpreis liefert der Grunderwerbsteuer-Rechner, den Hebesatz der Wunschgemeinde der Hebesatz-Rechner.

Vor dem Kauf

Die Nebenkosten sind nur ein Teil der Entscheidung

Prüfen Sie das konkrete Grundstück und ergänzen Sie die Budgetrechnung um verfügbare Standortdaten und Risikohinweise.

Was die kostenlose Grundstücksprüfung zeigt →