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Glossar

Orthophoto: entzerrtes Luftbild mit Kartenbezug

Ein Orthophoto ist eine fotografische Abbildung der Erdoberfläche, die geometrisch entzerrt und maßstabsgetreu aufbereitet ist. Damit lassen sich sichtbare Gebäude, Wege und Freiflächen räumlich zuordnen. Das Bild zeigt die Oberfläche zum Aufnahmezeitpunkt, aber keine rechtliche Grundstücksgrenze und keinen Nachweis über Eigentum.

Aktualisiert am 17.10.2026 · Fachlich geprüft am 17.10.2026

Definition

Ausgangspunkt sind Luftbilder, die senkrecht nach unten aufgenommen wurden. Bei der Aufbereitung werden Angaben zur Ausrichtung der Aufnahme und ein digitales Höhenmodell berücksichtigt. So wird aus der Aufnahme ein Bild mit festem räumlichem Bezug. Ein digitales Orthophoto wird häufig mit DOP abgekürzt.

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Rechtsgrundlage

Die hier verwendete Begriffsbestimmung folgt den Produktbeschreibungen von Geobasis NRW bei der Bezirksregierung Köln. Deren Angaben zu Auflösung und historischen Beständen betreffen Nordrhein-Westfalen. Sie belegen nicht, dass jede andere Luftbildquelle dieselben Eigenschaften besitzt. Prüfen Sie bei einem konkreten Bild deshalb stets die zugehörige Produktbeschreibung.

Bedeutung für Käufer

Für die Vorbereitung eines Kaufs hilft ein Orthophoto beim Wiederfinden sichtbarer Teile eines Angebots. Vergleichen Sie etwa die Lage von Gebäuden, Zufahrt und Freiflächen. Für die Zuordnung zum Flurstück führt der Ratgeber „Flurstück finden“ weiter. Ein erkennbarer Zaun ist zunächst ein Bilddetail und bestätigt für sich genommen keinen Grenzverlauf.

Bodenauflösung und Genauigkeit sind verschiedene Angaben

Geobasis NRW nennt für die aktuellen digitalen Orthophotos Nordrhein-Westfalens eine Bodenauflösung von 10 Zentimetern pro Pixel. Ein Pixel ist ein einzelner Bildpunkt. Die Angabe beschreibt, welcher Strecke am Boden die Breite eines solchen Bildpunkts entspricht. Sie sagt nicht, dass jede sichtbare Kante auf 10 Zentimeter genau liegt.

Auch stärkeres Vergrößern ändert diese Ausgangsauflösung nicht. Ein Bildpunkt wird dabei größer dargestellt, enthält aber keine zusätzlichen Einzelheiten. Wenn eine schmale Struktur nur undeutlich erkennbar ist, sollten Sie deshalb keine genaue Breite daraus ableiten. Halten Sie stattdessen fest, was sichtbar und was im Bild nicht sicher zu unterscheiden ist.

True Orthophotos vermeiden verkippte Gebäudeansichten

In einer Luftaufnahme können Objekte, die über das Gelände hinausragen, seitlich verkippt erscheinen. Die Qualitätsstufe True Orthophoto vermeidet solche Umklappeffekte und beseitigt verdeckte Bereiche weitgehend. Das erleichtert die räumliche Zuordnung hoher Gebäude. Die Bezeichnung beschreibt die Bildaufbereitung, nicht eine Aufnahme in Echtzeit.

Bei einem Vergleich älterer und jüngerer Bilder kann deshalb auch das Herstellungsverfahren den Eindruck verändern. Eine anders aussehende Gebäudekante muss nicht auf einen Umbau zurückgehen. Prüfen Sie bei einer solchen Vermutung den Bildtyp und suchen Sie nach weiteren erkennbaren Veränderungen, bevor Sie eine Baugeschichte daraus ableiten.

Historische Bilder brauchen ihren Aufnahmebezug

Historische Orthophotos können sich in Aufnahmezeitpunkt und Bodenauflösung unterscheiden. Außerdem gibt es Schwarzweiß- und Farbbilder. Ein bloßer Farbwechsel zwischen zwei Ansichten belegt daher noch keine Nutzungsänderung. Vergleichen Sie erkennbare Formen und Strukturen und berücksichtigen Sie, wie unterschiedlich die Bilder aufbereitet sind.

Notieren Sie zu einer Beobachtung den Ort und den angegebenen Bildzeitraum. Lässt sich das genaue Aufnahmejahr nicht bestimmen, sollte auch die Beschreibung diesen Zeitraum nennen. Aus „auf dem älteren Bild sichtbar“ wird sonst schnell eine genaue Jahresangabe, die das betrachtete Material nicht trägt.

Häufige Fragen

Gibt es für Nordrhein-Westfalen ein historisches Bild aus jedem Jahr?

Historische digitale Orthophotos liegen für Nordrhein-Westfalen flächendeckend vor, jedoch nicht für jeden Jahrgang. Räumliche Abdeckung und jährliche Vollständigkeit sind verschiedene Eigenschaften. Wenn eine gewünschte Jahresaufnahme fehlt, ist das daher kein Beleg dafür, dass die Fläche damals unbebaut oder unverändert war.

Wo lassen sich ältere amtliche Orthophotos für Nordrhein-Westfalen suchen?

Geobasis NRW verweist auf TIM-Online. Dort sind historische digitale Orthophotos bis zurück ins Jahr 1951 zugänglich. Dieses Archivangebot ist von der jeweils geöffneten Kartenansicht zu unterscheiden. Prüfen Sie am gesuchten Ort, welche Bestände und Aufnahmeangaben im amtlichen Angebot tatsächlich vorhanden sind.

Beweist eine nicht sichtbare Gartenstruktur, dass es sie nicht gab?

Ein im historischen Orthophoto nicht erkennbares Detail ist kein sicherer Nachweis seiner Abwesenheit. Gerade bei unterschiedlicher Bodenauflösung kann eine kleine Struktur im einen Bild lesbar sein und im anderen nicht. Beschreiben Sie die Beobachtung deshalb als fehlende Erkennbarkeit und prüfen Sie weitere Aufnahmen oder Unterlagen.

Verwandte Begriffe
Weiterlesen
Quellen

Definition und Bildqualitäten folgen Geobasis NRW. Angaben zum Archiv und zur Bodenauflösung gelten für das dort beschriebene Landesangebot, nicht pauschal für jedes Luftbild in Deutschland.

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