Die Erdbebenzonen 0 bis 3 geben an, wie stark ein Ort durch Erdbeben gefährdet ist, von Zone 0 als niedrigster bis Zone 3 als höchster in Deutschland berücksichtigter Stufe. Sie sind vor allem eine Vorgabe für die Statik, also für die Berechnung, mit der ein Tragwerksplaner belegt, dass ein Gebäude seine Lasten sicher trägt. Die Einteilung soll sicherstellen, dass Gebäude in den gefährdeten Gegenden ein seltenes, dort aber zu erwartendes Beben überstehen, ohne einzustürzen.
Die Zonen stammen aus DIN 4149, der deutschen Norm für das Bauen in Erdbebengebieten aus dem Jahr 2005. Abgelöst wird sie durch DIN EN 1998-1, den Eurocode 8, also die europäische Norm für die Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben, zusammen mit ihrem nationalen Anhang in der Fassung vom November 2023. Der nationale Anhang ist der deutsche Zusatz zur europäischen Norm, und auch er kennt die Zonen 0 bis 3. Welche der beiden Normen für einen Bauantrag gilt, entscheidet jedes Land, indem es sie als Technische Baubestimmung einführt, also als technische Regel, die im Bauordnungsrecht des Landes verbindlich ist.
Für Zone 0 gibt es eine klare Antwort. Nach den Auslegungen zu DIN 4149, die der zuständige Arbeitsausschuss beim DIN veröffentlicht hat, stellt die Norm dort keine Anforderungen an bauliche Anlagen, und die Angabe der Zone hat nur informativen Charakter. Zone 0 ist ein Übergangsbereich zwischen Gebieten mit sehr kleiner Erdbebengefährdung und den eigentlichen Erdbebenzonen 1 bis 3.
In Zone 3 rechnet die Statik nach denselben Auslegungen mit einem Bemessungswert der Bodenbeschleunigung von 0,8 m/s². Gemeint ist, wie stark der Boden bei dem Beben beschleunigt wird, für das ein Haus dort ausgelegt sein muss. Das sind rund acht Prozent der Erdbeschleunigung von 9,81 m/s², mit der ein fallender Gegenstand schneller wird. Für die Zonen 1 und 2 enthalten die frei zugänglichen Auslegungen keine vollständige Tabelle, und der Normtext selbst ist beim Normenverlag DIN Media kostenpflichtig, deshalb setzt der Tragwerksplaner die Werte für ein konkretes Haus an.
Die Legende der Grundradar-Karte fasst die vier Zonen in je einem Satz zusammen. Der Lastfall, von dem sie bei Zone 1 spricht, ist eine Belastung, die der Tragwerksplaner in der Statik durchrechnet, hier die Erschütterung durch ein Beben.
- Zone 0: niedrigste Klasse, meist ohne besondere Erdbebenbemessung.
- Zone 1: geringe Erdbebenwirkung; die Statik sollte den Lastfall prüfen.
- Zone 2: mittlere Erdbebenwirkung mit spürbaren Anforderungen an Tragwerk und Details.
- Zone 3: höchste deutsche Klasse; Tragwerksplanung und Baugrund werden besonders wichtig.