Unterlagen und Behörden
Sie bekommen eine konkrete Liste: welche Dokumente Sie vom Verkäufer verlangen und welche Behörde welche Frage klärt. So bleibt vor dem Notartermin nichts offen.
3 Schichten für ein Grundstück.
Flurstück und Lage
Lage, Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer aus dem amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS).
Grundlage ist das amtliche Liegenschaftskataster der Länder, aus dem der Bericht Grenze und Fläche des Flurstücks übernimmt. Wo das Land sie veröffentlicht, kommt die Nutzung hinzu, unter der das Kataster das Flurstück führt, etwa „Wohnbaufläche“. In Bayern sind die Flurstücksgrenzen nicht frei zugänglich. Dort und überall, wo kein Flurstück aus dem Kataster vorliegt, prüft der Bericht die Lage am gewählten Punkt und nennt keine Fläche.
Die meisten Prüfungen dieses Berichts fragen ihre Quelle für genau diese Fläche ab, vom Hochwasser bis zum Bodenrichtwert. Auch der Kaufvertrag bezeichnet das Grundstück mit Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer. Weicht das Exposé davon ab, ist womöglich eine andere Fläche oder nur ein Teil gemeint.
Gleichen Sie Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer und Fläche mit dem Exposé und dem Grundbuchauszug ab, den Sie vom Verkäufer bekommen. Stimmt eine Angabe nicht überein, klären Sie zuerst, welche Fläche verkauft wird.
Das 650 m² große Flurstück ist im Kataster als „Wohnbaufläche“ geführt.
Straßenanbindung und Erschließung
Ob das Flurstück physisch an einer befahrbaren Straße liegt. Fehlt die Anbindung, ist ein Notwegerecht (§ 917 BGB) zu prüfen.
Grundlage ist OpenStreetMap, eine von Freiwilligen gepflegte Karte. Der Bericht sucht darin die nächste Straße am Flurstück und nennt ihren Namen, ihre Art und, soweit erfasst, ihre Befestigung. So zeigt er etwa, ob das Grundstück an einer Wohnstraße, an einem Wirtschaftsweg oder an einer Bundesstraße liegt, von der oft nicht direkt aufgefahren werden darf. Liegt nur ein gewählter Punkt und keine Flurstücksgrenze vor, nennt er die nahe Straße, aber keine Straßenfront.
Grenzt ein Grundstück nicht an eine öffentliche Straße, führt der Weg dorthin über fremden Grund. Ohne gesicherte Zufahrt wird ein Bauantrag in der Regel nicht genehmigt. Gesichert ist sie erst durch eine Grunddienstbarkeit im Grundbuch oder, wo das Land ein Baulastenverzeichnis führt, durch eine Baulast. Bayern führt kein Baulastenverzeichnis, dort steht die Sicherung im Grundbuch.
Fordern Sie vom Verkäufer einen aktuellen Grundbuchauszug an und, wo es ein Baulastenverzeichnis gibt, eine Baulastenauskunft der unteren Bauaufsichtsbehörde. Sehen Sie sich die Zufahrt selbst an, möglichst nach Regen, und achten Sie auf Breite, Befestigung und darauf, ob sie über ein Nachbargrundstück führt.
Die Straße am Flurstück heißt Düsterfeld und ist als Wohnstraße kartiert, ihre Befestigung aber nicht.
Behörden-Checkliste
Welche Auskunft Sie bei welchem Amt einholen, wofür ein Fachgutachten nötig ist und was Sie selbst anhand von Unterlagen prüfen.
Die Checkliste fragt keine eigene Quelle ab. Sie sammelt aus den Abschnitten jede Frage, die nur eine Behörde verbindlich beantworten kann. Zu jeder nennt sie die zuständige Stelle mit ihrer Website, etwa das Bauamt der Stadt oder die Bergbehörde des Landes, und das Dokument, das Sie dort anfordern. Am Ende steht ein kurzer Anfragetext mit den Angaben zum Grundstück, den Sie an diese Stellen schicken können.
Manche Fragen beantworten öffentliche Daten nicht oder nicht verbindlich, etwa ob eine Baulast eingetragen ist, ob das Flurstück im Altlastenkataster steht oder was der Denkmalschutz erlaubt. Verbindlich ist erst die schriftliche Auskunft der zuständigen Behörde. Liegt sie vor dem Notartermin vor, können Sie sie in Preis und Vertrag noch berücksichtigen.
Schicken Sie die Anfragen möglichst früh ab, damit die Antworten vor dem Notartermin vorliegen. Weil Sie noch nicht Eigentümer sind, klären Sie früh, ob Sie für einzelne Anfragen eine Vollmacht des Verkäufers brauchen. Halten Sie fest, welche Auskunft schon vorliegt und welche noch fehlt.
Welche Datenquellen wir für die Grundstücksprüfung nutzen.
Jede Datenquelle im Prüfbereich hat einen Status: verfügbar, in Vorbereitung oder nur als Hinweis. Der Grundreport kennzeichnet diesen Status und nennt Quelle, Stichtag oder Datenstand für die Kaufprüfung.
Die amtliche Flurstücksgeometrie und die Kennung (Gemarkung, Flur, Flurstück) in den derzeit abgedeckten Ländern. Bayern bleibt in Vorbereitung. Hamburg ist zunächst als Punktnachweis verfügbar.
Sie erkennen, ob das geprüfte Flurstück tatsächlich gemeint ist, nicht eine ähnliche Nummer in der Nachbargemarkung.
Wir berechnen den Abstand des Flurstücks zur nächsten befahrbaren öffentlichen Straße während der Prüfung. Die Angabe beschreibt nur die physische Lage. Ein eingetragenes Wegerecht prüfen wir nicht.
Fehlt die direkte Anbindung, kann ein Notwegerecht (§ 917 BGB) oder eine Baulast nötig sein. Das ist ein erheblicher Kosten- und Risikofaktor.
Wir zeigen es nicht. Eingetragene Eigentümer, Lasten, Hypotheken sowie Wege- und Leitungsrechte stehen im Grundbuch und sind nach § 12 GBO nur mit berechtigtem Interesse einsehbar.
Diese Eintragungen entscheiden über Belastungen. Den aktuellen Auszug müssen Sie beim Verkäufer anfordern.
Prüffragen aus diesem Abschnitt.
Welche Unterlagen verlangen Sie vom Verkäufer (aktueller Grundbuchauszug, Baulastenverzeichnis, Altlastenauskunft)?
Liegt das Grundstück direkt an einer öffentlichen Straße, oder ist ein Notwegerecht (§ 917 BGB) zu klären?
Welche Behörde kontaktieren Sie für Baurecht, Denkmalschutz oder Bodenschutz?
So steht es im Bericht.
- Fläche1.1 Flurstück und Lage
- 650 m²
- Straße am Flurstück4.1 Straßenanbindung und Erschließung
- DüsterfeldWohnstraße
Sie haben ein Flurstück? Lassen Sie es prüfen.
Der Grundreport ordnet Baurecht, Bodenrichtwert, Hochwasser, Altlasten und Lärm für Ihr Grundstück ein. Sie zahlen einmal, ohne Konto und ohne Abo, und lesen den Bericht rund 15 Minuten später.Sie zahlen einmal und lesen den Bericht rund 15 Minuten später.
