Schutzgebiete, Lärm und Radon
Sie sehen, ob Naturschutz- oder Trinkwasserschutzauflagen gelten, wie hoch der Umgebungslärm ist, wie weit der nächste Flughafen oder Flugplatz entfernt ist und ob die Lage ein Radon-Vorsorgegebiet ist.
5 Schichten für ein Grundstück.
Radon
Ob die Lage in einem Radon-Vorsorgegebiet liegt und wie hoch das Radonpotenzial ist.
Radon ist ein natürliches radioaktives Gas, das aus dem Baugrund in Gebäude gelangen kann. Mit den Daten des Bundesamts für Strahlenschutz prüft der Bericht, ob die Lage in einem Radon-Vorsorgegebiet liegt, das ein Land festgelegt hat. Außerdem zeigt er, wie hoch die Radonpotenzialkarte das Potenzial der Gegend einschätzt. Verbindlich für ein Vorsorgegebiet ist die Bekanntmachung des Landes, und das Potenzial ist eine grobe regionale Prognose, kein Messwert für ein Haus.
In einer Gegend mit mittlerem Potenzial haben manche Häuser erhöhte Radonwerte und andere nicht. Bei hohem Potenzial ist mit erhöhten Werten eher zu rechnen. Liegt das Grundstück in einem Radon-Vorsorgegebiet, können außerdem Messungen an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss vorgeschrieben sein (§ 127 StrlSchG). Das betrifft etwa eine Praxis oder ein Büro im Haus.
Ob ein bestehendes Haus erhöhte Werte hat, zeigt nur eine Messung mit passiven Geräten eines Messlabors, die drei bis zwölf Monate in den Wohnräumen liegen. Weil das dauert, fragen Sie den Verkäufer, ob schon gemessen wurde. Für einen Neubau in einem Radon-Vorsorgegebiet oder bei hohem Potenzial besprechen Sie eine radonarme Bauweise mit dem Planer.
Die amtliche Radonkarte zeigt für die Gegend ein mittleres Radonpotenzial; ob ein Haus erhöhte Werte hat, zeigt nur eine Messung darin.
Umgebungslärm
Die Lärmbelastung aus Verkehr und Industrie nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie.
Grundlage sind die Lärmkarten, die die Länder alle fünf Jahre nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie erstellen. Für die Schienenwege des Bundes kommen die Karten des Eisenbahn-Bundesamts hinzu. Kartiert sind nur Straßen, Schienenwege und Industrie ab festgelegten Schwellen, und eingezeichnet wird Lärm ab 55 dB(A) im Tag-Abend-Nacht-Pegel. Dieser Pegel ist ein Mittelwert über 24 Stunden, in dem Abend- und Nachtlärm stärker zählen.
Ab 65 dB(A) im Tag-Abend-Nacht-Pegel oder 55 dB(A) nachts wertet der Bericht den Lärm als erhöht. Werte in dieser Höhe ordnet das Umweltbundesamt als gesundheitlich relevant ein. Für den Schlaf zählt vor allem der Nachtpegel, und den zeigt ein Besuch am Tag nicht.
Besichtigen Sie das Grundstück bei offenem Fenster zur Hauptverkehrszeit und noch einmal nach 22 Uhr, an einer Bahnstrecke auch nachts wegen der Güterzüge. Zeigt die Karte nichts, achten Sie auf Quellen, die sie nicht erfasst, etwa Gewerbehöfe, Lieferverkehr oder die Nachbarschaft.
Das 100-Meter-Raster der Lärmkartierung verzeichnet am Grundstück keinen Straßen-, Schienen- oder Industrielärm.
Fluglärm
Der nächste Flughafen oder Flugplatz mit Abstand und ob das Flurstück in einem amtlich festgesetzten Lärmschutzbereich liegt.
Den nächsten Flughafen oder Flugplatz und seine Entfernung liest der Bericht aus dem offenen Flugplatzverzeichnis OurAirports. Für größere Flughäfen setzt das Land nach dem Fluglärmschutzgesetz einen Lärmschutzbereich fest, dessen amtliche Grenzen dem Bericht bisher nur für einzelne Flughäfen vorliegen. Dazu zeichnet er orientierende An- und Abflugkorridore ein, die keine tatsächlichen Flugrouten sind.
Für Fluglärm empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation niedrigere Vorsorgewerte als für Straßenlärm, derselbe Pegel wiegt bei Fluglärm also schwerer. Auch ein kleiner Flugplatz ohne Lärmschutzbereich kann Überflüge bringen, und wie oft sie vorkommen, zeigen weder das Verzeichnis noch die Korridore.
Besichtigen Sie das Grundstück an einem Werktag, am Wochenende und am Abend und achten Sie darauf, ob Flugzeuge darüber fliegen. Liegt ein großer Flughafen in der Nähe, erhalten Sie Verordnung und Karte des Lärmschutzbereichs bei der Landesbehörde. Erst die Karte zeigt, ob das Flurstück in einer Schutzzone liegt.
Der nächste Flugplatz, Melle-Grönegau, liegt 14,3 km entfernt und ist zu klein für einen gesetzlichen Lärmschutzbereich; Überflüge prüfen Sie vor Ort.
Schutzgebiete
Überschneidung mit Schutzgebieten oder Abstand zum nächsten Schutzgebiet.
Grundlage ist der bundesweite Datensatz des Bundesamts für Naturschutz mit Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten, Nationalparken, Biosphärenreservaten und den europäischen Schutzgebieten für Lebensräume und Vögel. Örtliche Festsetzungen wie Landschaftspläne, Naturdenkmale oder eine Baumschutzsatzung enthält er nicht.
In einem Naturschutzgebiet sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz alle Handlungen verboten, die das Gebiet verändern können; über Ausnahmen und Befreiungen entscheidet die Naturschutzbehörde. Ein Landschaftsschutzgebiet schützt milder, betrifft Bauvorhaben aber in der Regel trotzdem. In einem europäischen Schutzgebiet braucht ein Vorhaben vorab eine Prüfung, ob es mit den Schutzzielen verträglich ist. Auch knapp außerhalb eines Gebiets können Zufahrt, Leitungen oder ein Anbau hineinreichen.
Berührt ein Schutzgebiet das Grundstück, fordern Sie die Schutzgebietsverordnung an und klären Sie vor dem Vertragsschluss mit der Naturschutzbehörde, ob Ihr Vorhaben zulässig ist. Vor Baumfällungen oder einem Anbau fragen Sie außerdem die Gemeinde, ob örtliche Vorgaben wie eine Baumschutzsatzung gelten.
Das Grundstück liegt in keinem bundesweit erfassten Schutzgebiet, das nächste beginnt 2 m entfernt; prüfen Sie, ob Zufahrt oder Leitungen hineinreichen.
Trinkwasserschutz
Ob die Lage in einer Trinkwasserschutzzone (I bis III) liegt.
Wasserschutzgebiete setzen die Länder durch Verordnung fest, und der Bericht wertet die amtlichen Wasserschutzgebietsdaten aller 16 Länder aus. Er prüft, ob das Flurstück in einem festgesetzten Gebiet liegt und in welcher Zone, sonst nennt er den Abstand zum nächsten. Heilquellenschutzgebiete und geplante Gebiete zeigen die Daten nicht, und in Baden-Württemberg fehlt die innerste Zone I.
Zone I ist der Fassungsbereich um den Brunnen, und nutzen lässt sich ein Grundstück dort nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Wasserbehörde. In Zone II sind Ausnahmen eng begrenzt; betroffen sein können neben Neubauten auch Keller, Erdarbeiten und Leitungen. In der weiteren Zone III können Vorgaben zur Lagerung von Heizöl oder zur Dichtheit von Abwasserleitungen den Bau verteuern.
Liegt das Flurstück in einem Wasserschutzgebiet, fordern Sie bei der unteren Wasserbehörde die Verordnung an. Lassen Sie sich dort vor dem Kauf schriftlich bestätigen, was für Ihr Vorhaben gilt. Planen Sie eine Erdwärmebohrung oder einen Brunnen, fragen Sie die Wasserbehörde auch nach geplanten Schutzgebieten.
Das Flurstück liegt in keinem festgesetzten Wasserschutzgebiet, das nächste beginnt rund 5,7 km entfernt.
Welche Datenquellen wir für die Grundstücksprüfung nutzen.
Jede Datenquelle im Prüfbereich hat einen Status: verfügbar, in Vorbereitung oder nur als Hinweis. Der Grundreport kennzeichnet diesen Status und nennt Quelle, Stichtag oder Datenstand für die Kaufprüfung.
Überschneidung mit Fauna-Flora-Habitat-, Natur- und Landschaftsschutzgebieten oder der Abstand zum nächsten Schutzgebiet, bundesweit harmonisiert.
Schutzgebiete bringen Bau- und Nutzungsauflagen, teils bis zum Bauverbot.
Ob die Lage in einer Schutzzone I bis III liegt. Zone I ist teils redigiert.
In Schutzzonen gelten Beschränkungen für Bauen, Heizung und Versickerung.
Die Lärmbelastung aus Straße, Schiene, Flug und Industrie, als 100-m-Raster der europäischen Lärmkonturen. Die vollflächigen Konturen sind dem Grundreport vorbehalten.
Dauerhafter Lärm mindert die Wohnqualität und den Grundstückswert. Die Lärmquelle entscheidet darüber, welche Schutzmaßnahmen möglich sind.
Den Abstand zum nächsten Flughafen oder Flugplatz, orientierende An- und Abflugkorridore und die Frage, ob das Flurstück in einem amtlich festgesetzten Lärmschutzbereich liegt.
In der Tag-Schutzzone 1 und der Nacht-Schutzzone gilt für neue Wohnungen nach § 5 des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm ein Bauverbot mit Ausnahmen, etwa im bebauten Ortsteil nach § 34 BauGB. Wo Wohnungen zulässig sind, auch in der Tag-Schutzzone 2, müssen sie die Schallschutzanforderungen des Gesetzes erfüllen.
Ob die Lage in einem Radon-Vorsorgegebiet nach § 121 StrlSchG liegt und wie hoch das geologische Radonpotenzial ist, bundesweit.
In Vorsorgegebieten können beim Neubau Radon-Schutzmaßnahmen erforderlich sein (§ 123 StrlSchG).
Prüffragen aus diesem Abschnitt.
Gelten Naturschutz- oder Trinkwasserschutzauflagen, die das Bauen einschränken?
Ist die Lärmbelastung dauerhaft hoch, und woher kommt sie?
Liegt ein Flughafen oder Flugplatz so nah, dass mit Überflügen zu rechnen ist?
Liegt die Lage in einem Radon-Vorsorgegebiet, das beim Neubau Schutzmaßnahmen verlangen kann?
So steht es im Bericht.
- Radon-Einordnung3.3 Radon
- Mittleres Potenzial
- Geprüfter Flughafen oder Flugplatz3.5 Fluglärm
- Melle-Grönegau
- Abstand zum nächsten Schutzgebiet3.6 Schutzgebiete
- 2 m
- Abstand zum nächsten Wasserschutzgebiet3.7 Trinkwasserschutz
- 5,7 km
Sie haben ein Flurstück? Lassen Sie es prüfen.
Der Grundreport ordnet Baurecht, Bodenrichtwert, Hochwasser, Altlasten und Lärm für Ihr Grundstück ein. Sie zahlen einmal, ohne Konto und ohne Abo, und lesen den Bericht rund 15 Minuten später.Sie zahlen einmal und lesen den Bericht rund 15 Minuten später.
