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Glossar

Luftqualitätsindex: die Bewertung gemessener Luftschadstoffe

Der Luftqualitätsindex des Umweltbundesamts bewertet gemessene Luftschadstoffe anhand von Stundenmittelwerten. Der am schlechtesten bewertete Schadstoff bestimmt die gemeinsame Einstufung. Für einen Wohnort gibt das eine zeitbezogene Orientierung an der Messstation, aber keinen eigenen Messwert für jedes Grundstück.

Aktualisiert am 17.10.2026 · Fachlich geprüft am 17.10.2026

Definition

Ein Index fasst einzelne Bewertungen zu einer gemeinsamen Klasse zusammen. Beim Luftqualitätsindex wird dafür nicht einfach die durchschnittliche Bewertung aller Schadstoffe verwendet. Wenn ein Schadstoff schlechter bewertet wird als die übrigen, bestimmt er die Klasse. Gute Einzelbewertungen heben diese schlechtere Bewertung also nicht auf.

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Rechtsgrundlage

Eine Indexklasse und ein gesetzlicher Grenzwert sind verschiedene Angaben. Zum Beispiel beträgt der Tagesgrenzwert für Feinstaub der Kategorie PM10 nach § 4 der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Zugelassen sind 35 Überschreitungen im Kalenderjahr. Diese Tages- und Jahresbezüge dürfen nicht durch eine einzelne Indexfarbe ersetzt werden.

§ 4 der 39. BImSchV
Bedeutung für Käufer

Notieren Sie bei einer Luftqualitätsangabe den Namen der Messstation, den Zeitpunkt und den maßgeblichen Schadstoff. So bleibt erkennbar, welche Aussage Sie für den Ortsvergleich verwendet haben. Wenn die Belastung am Grundstück selbst entscheidend ist, sollte diese Frage ausdrücklich gestellt werden, statt den Stationswert ungeprüft zu übertragen.

Welche Schadstoffe fließen in die Bewertung ein?

Der Index des Umweltbundesamts berücksichtigt Ozon, Stickstoffdioxid, Feinstaub der Kategorien PM10 und PM2,5 sowie Schwefeldioxid. Grundlage sind jeweils die Konzentrationen im Stundenmittel. Konzentration bedeutet hier die Menge des betreffenden Schadstoffs in einem Luftvolumen. Eine Klasse bezeichnet die Bewertung dieser Messwerte, nicht die Menge eines einzelnen Stoffes.

Für das Lesen einer Anzeige ist deshalb die Frage nach dem ausschlaggebenden Schadstoff hilfreich. Zwei Stationen können dieselbe Gesamtklasse haben, obwohl unterschiedliche Stoffe dafür verantwortlich sind. Wenn Sie die Einzelwerte vergleichen, achten Sie auf denselben Schadstoff und dieselbe Mittelungsdauer, also den Zeitraum, über den der Wert gemittelt wurde.

Ein Stationswert gehört zunächst zur Messstation

Die Ortsangabe einer Messstation sollte nicht stillschweigend durch die Adresse eines Hauses ersetzt werden. Fragen Sie bei einer Auskunft, auf welche Station sich die Bewertung bezieht. Ein Stadtname allein lässt offen, welcher Messort gemeint ist. Das gilt besonders dann, wenn Sie mehrere mögliche Wohnorte anhand gespeicherter Kartenbilder vergleichen.

Verwenden Sie für den Vergleich dieselbe Zeitangabe. Ein Stundenwert von heute und eine Bewertung eines anderen Tages sind keine gleichzeitigen Beobachtungen. Wenn Ihnen eine längerfristige Einordnung wichtig ist, fragen Sie gezielt nach einer Auswertung für den gewünschten Zeitraum und übernehmen Sie eine einzelne Stunde nicht als Jahresbewertung.

Eine fehlende Bewertung ist keine gute Luftqualität

Ein vorhandener Indexwert belegt eine Bewertung der berücksichtigten Messwerte. Eine ausdrücklich gute Klasse ist eine günstige Bewertung innerhalb dieses Index. Wenn eine verwertbare Angabe fehlt, bleibt die Bewertung offen. Ein leeres Feld darf deshalb weder als besonders saubere Luft noch als besonders hohe Belastung gelesen werden.

Im Ratgeber zu Grundstücksrisiken gehört diese Einordnung zur Prüfung der Umgebung. Halten Sie dafür fest, welche Schlussfolgerung der Index tatsächlich erlaubt und welche zusätzliche Frage zur Adresse noch zu klären ist. Eine gesundheitliche Beurteilung einer Person lässt sich aus der Kartenfarbe allein nicht ableiten.

Häufige Fragen

Messen alle Stationen sämtliche berücksichtigten Schadstoffe?

An einer Messstation müssen nicht alle fünf Schadstoffe erfasst werden, die der Luftqualitätsindex berücksichtigt. Prüfen Sie deshalb den jeweiligen Messumfang. Eine gemeinsame Klasse bedeutet nicht automatisch, dass an zwei Stationen dieselbe vollständige Auswahl von Einzelwerten vorliegt.

Was bedeutet die Kurzform LQI?

LQI ist die Kurzform für Luftqualitätsindex. Wenn Sie eine Auskunft anfordern, nennen Sie zusätzlich die Station und den Zeitpunkt. So wird deutlich, welche konkrete Einstufung gemeint ist, statt nur nach einer allgemeinen Luftqualität des ganzen Ortes zu fragen.

Reicht die Indexfarbe für die Prüfung eines gesetzlichen Grenzwerts?

Für die Grenzwertprüfung benötigen Sie den betreffenden Schadstoffwert mit seiner Einheit und der vorgeschriebenen Mittelungsdauer. Bitten Sie bei einer unklaren Auskunft genau um diese Angaben. Ein Bildschirmfoto ausschließlich mit einer Farbe lässt diese Informationen nicht zuverlässig erkennen.

Verwandte Begriffe
Weiterlesen
Quellen

Grundlage sind die Berechnungsgrundlagen des Umweltbundesamts und § 4 der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Rechtsstand geprüft am 17.10.2026.

Nach der Definition

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