Zum Hauptinhalt springen
grundradar

Glossar

Nachbarrecht: bundes- und landesrechtliche Regeln zwischen Grundstücksnachbarn

Das Nachbarrecht regelt für benachbarte Grundstücke, welche Einwirkungen Eigentümer dulden müssen und welche Ansprüche sie geltend machen können. Bundesrecht, Landesnachbarrecht und Landesbauordnungen greifen dabei zusammen. Wichtige BGB-Regeln betreffen Immissionen nach § 906 BGB, Überhang nach § 910 BGB, Überbau nach § 912 BGB und Abwehransprüche nach § 1004 BGB.

Aktualisiert am 24.05.2026 · Fachlich geprüft am 24.05.2026

Definition

Am Prüftag ist das Nachbarrecht des Bundeslandes maßgeblich, in dem das Grundstück liegt. Typische Konflikte betreffen Pflanzabstände, Einfriedungen, Grenzbebauung, Lärm, Gerüche, Stützmauern, Äste und Wurzeln. Käufer sollten sichtbare Grenzanlagen und Nachbarzustimmungen mit Bebauungsplan, Baulasten und im Grundbuch eingetragenen Rechten abgleichen.

Haben Sie ein konkretes Grundstück im Blick?Prüfen Sie Lage, Richtwert und vorliegende Risikohinweise kostenlos.
Rechtsgrundlage

§ 906 BGB verpflichtet zur Duldung wesentlicher Einwirkungen, wenn sie ortsüblich sind und nicht durch zumutbare Maßnahmen verhindert werden können. § 1004 BGB gibt umgekehrt den Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung, sobald Einwirkungen rechtswidrig sind. § 912 BGB verlangt die Duldung eines Überbaus, der ohne Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit entstanden ist; im Gegenzug schuldet der Überbauende eine Geldrente.

Grenzabstände für Pflanzen, Einfriedungen, Fenster und Lichtschächte regeln die sechzehn Landesnachbarrechtsgesetze unterschiedlich. Bauliche Grenzabstände stehen zusätzlich in den Landesbauordnungen, etwa als Abstandsflächenregelung. Bundesimmissionsschutzrecht und das öffentliche Baurecht können nachbarrechtliche Ansprüche ergänzen oder verdrängen.

§ 906 BGB§ 912 BGB§ 1004 BGBLandesnachbarrechtsgesetze
Ist das ein Problem beim Kauf?

Vor dem Kauf lohnt der Blick auf Bestandsbäume, Grenzbebauung, Garagenwände, Stützmauern und sichtbare Überbauten. Was rechtlich zu dulden ist, lässt sich später kaum noch ändern und kann eigene Bau- oder Erweiterungspläne dauerhaft einschränken.

Bei geplanter Grenzbebauung sollten Sie Abstandsflächen nach der Landesbauordnung und Pflanzabstände nach dem Landesnachbarrechtsgesetz prüfen. Bei Konflikten mit künftigen Nachbarn empfiehlt sich frühzeitige schriftliche Klärung; in eskalierten Fällen ist nach Landesrecht häufig ein Schlichtungsverfahren vorgeschaltet, bevor Klage erhoben werden kann.

Verwandte Begriffe
Weiterlesen
Quellen

Grundradar erläutert das Nachbarrecht redaktionell und ersetzt keine anwaltliche Beratung. Konkrete Abstands- und Duldungsfragen gehören in die landesrechtliche Prüfung.

Nach der Definition

Prüfen Sie das konkrete Grundstück

Die kostenlose Prüfung zeigt vorliegende Standortdaten und Risikohinweise.

Was die kostenlose Grundstücksprüfung zeigt →