Zum Hauptinhalt springen
grundradar

Glossar

Digitales Geländemodell: Höhen und Formen des Erdbodens

Ein digitales Geländemodell beschreibt die Höhen und Formen des Geländes ohne Gebäude und Vegetation. Dafür werden Punkte mit bekannter Lage und Höhe in einem regelmäßigen Gitter angeordnet. Es hilft, Hänge und Täler einzuordnen, ist aber kein Foto der sichtbaren Oberfläche und keine Untersuchung des Baugrunds.

Aktualisiert am 17.10.2026 · Fachlich geprüft am 17.10.2026

Definition

Die Kurzform lautet DGM. Die Zahl hinter dieser Abkürzung kann die Gitterweite benennen. Beim DGM5 beträgt der Abstand benachbarter Gitterpunkte 5 Meter. Diese Angabe beschreibt die räumliche Anordnung der Punkte. Sie ist weder eine Höhenangabe für den betrachteten Ort noch eine Zusage, dass die Höhe auf 5 Meter genau bestimmt ist.

Haben Sie ein konkretes Grundstück im Blick?Prüfen Sie Lage, Richtwert und vorliegende Risikohinweise kostenlos.
Rechtsgrundlage

Für das bundesweite DGM5 werden Ausgangsdaten der Landesvermessungseinrichtungen zusammengeführt. Die hier beschriebene Grundlage ist damit ein amtliches Geodatenprodukt, keine individuelle Vermessung eines angebotenen Grundstücks.

Bedeutung für Käufer

Ein Geländemodell hilft bei der ersten Frage, ob ein Bauplatz am Hang, auf einer Kuppe oder im Tal liegt. Für eine geplante Zufahrt braucht es anschließend die Höhen der betreffenden Stellen. Der Ratgeber zur Hanglage führt von der ersten Beobachtung zu den Fragen, die vor einem Kauf geklärt werden sollten.

Ein feineres Gitter beschreibt kleinere Geländeformen

Die Gitterweite ist der Abstand zwischen den Punkten des Modells. Kleinere Abstände erlauben grundsätzlich eine feinere räumliche Beschreibung als größere. Daraus folgt aber noch keine bestimmte Höhengenauigkeit. Für eine konkrete Planungsfrage müssen daher sowohl die Gitterweite als auch die weiteren Eigenschaften des verwendeten Modells bekannt sein.

Ein gedachtes Beispiel macht die Grenze deutlich. Soll die Steigung einer kurzen Einfahrt bestimmt werden, reicht die allgemeine Einordnung „am Hang“ nicht. Benötigt werden Höhenunterschied und Strecke zwischen den vorgesehenen Endpunkten. Das bloße Erkennen eines Hangs liefert diese beiden Angaben nicht und erlaubt deshalb keine belastbare Steigungsberechnung.

Das Relief macht Geländeformen sichtbar, keine Höhenzahl

Eine Schummerung stellt die Geländeform mit Licht und Schatten dar. So werden Rücken, Hänge und Täler räumlich erkennbar. Der Dienst basemap.de verwendet dafür das DGM5. Eine dunkle Stelle ist dabei keine feste Höhenklasse, aus der sich ohne weitere Angaben eine Höhe über dem Meeresspiegel ablesen ließe.

Das Bundesamt nennt für seinen Dienst verschiedene Darstellungen. Dazu gehören eine Schräglichtschummerung, eine kombinierte Schummerung und eine Höhenschichtenkarte. Ein Geländemodell und seine Darstellung sind deshalb zu unterscheiden. Dass die Grundlage Höhen enthält, bedeutet nicht, dass jede daraus erzeugte Kartenansicht diese Höhen als Zahlen ausgibt.

Der Abrufzeitpunkt ist nicht der Aufnahmezeitpunkt

Die Aktualität der basemap.de-Schummerung richtet sich nach der Aktualität des zugrunde liegenden DGM5. Ein heute geöffnetes Relief bildet deshalb nicht automatisch den heutigen Zustand eines Grundstücks ab. Wenn seit der Erfassung Erde aufgeschüttet oder abgetragen wurde, kann eine aktuelle Beobachtung vor Ort vom Modell abweichen.

Halten Sie bei einer Anfrage fest, welche Veränderung Sie vermuten und welche Stelle gemeint ist. Für die Planung sollten sich alle Beteiligten auf denselben Punkt beziehen. Eine allgemeine Höhenangabe für die Umgebung beantwortet sonst möglicherweise eine andere Frage als die nach der Zufahrt oder dem vorgesehenen Gebäudeeingang.

Häufige Fragen

Ist jeder Punkt des DGM5 ein unmittelbar gemessener Punkt?

Das DGM5 wird aus dem feineren DGM1 abgeleitet. Dabei werden Höhen für das neue Gitter rechnerisch bestimmt. Die regelmäßige Anordnung ist deshalb nicht als Spur einzelner Messpunkte zu lesen. Für die Beurteilung einer Auswertung zählt das verwendete Modell mit seinen beschriebenen Eigenschaften.

Belegt ein deutliches Tal bereits eine Überflutungsgefahr?

Die Geländeform allein enthält keine Einstufung der Überflutungsgefahr. Ein Tal ist zunächst eine Form des Erdbodens. Prüfen Sie eine Frage zu Starkregen oder Hochwasser mit den jeweiligen Fachinformationen, statt aus der Schattierung eine bestimmte Gefahrenklasse oder Wassertiefe abzuleiten.

Was bleibt offen, wenn im Relief keine Form zu erkennen ist?

Ein unauffälliges Relief bestätigt kein vollständig ebenes Grundstück. Die Darstellung kann die Frage nach kleinen Höhenunterschieden an einer bestimmten Stelle offenlassen. Benennen Sie dann den benötigten Höhenunterschied und die beiden Bezugspunkte, statt aus dem fehlenden Bildeindruck eine Höhe von null abzuleiten.

Verwandte Begriffe
Weiterlesen
Quellen

Die Begriffsbestimmung folgt der Landesvermessung Brandenburg. Gitterweite, Herkunft und Darstellungen beziehen sich auf das DGM5 und den beschriebenen basemap.de-Dienst des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie.

Nach der Definition

Prüfen Sie das konkrete Grundstück

Die kostenlose Prüfung zeigt vorliegende Standortdaten und Risikohinweise.

Was die kostenlose Grundstücksprüfung zeigt →