Definition
Definition
Stand 07.07.2026: § 124 StrlSchG nennt für Aufenthaltsräume einen Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter Raumluft; gemeint ist die über ein Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration. Eine Radonpotenzialkarte zeigt eine geogene Prognose für ein Gebiet und erlaubt keine Aussage zu konkreten Radonwerten auf einem Grundstück oder in einem Gebäude. Radonvorsorgegebiete legt die zuständige Landesbehörde nach § 121 StrlSchG fest; rechtlich maßgeblich ist die Veröffentlichung des jeweiligen Bundeslandes. Quelle, Stand und Nutzungsbedingungen der verwendeten Karte müssen je Datensatz geprüft werden. Eine geeignete Langzeitmessung in den genutzten Aufenthaltsräumen zeigt die Radon-222-Aktivitätskonzentration im konkreten Gebäude für den Messzeitraum.
Rechtsgrundlage
Rechtsgrundlage
Die §§ 121 bis 132 StrlSchG bündeln den Radonschutz. § 121 verpflichtet die Länder zur Ausweisung von Radonvorsorgegebieten. § 124 setzt den Referenzwert für Aufenthaltsräume, § 123 verlangt bei Neubauten bauliche Schutzmaßnahmen, § 126 nennt den Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter für Arbeitsplätze, und § 127 ordnet die Messung an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss innerhalb dieser Gebiete an. Eine generelle Messpflicht für Privatpersonen besteht nicht.
Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht zwei bundesweite Karten: das geogene Radonpotenzial und die rechtlich ausgewiesenen Vorsorgegebiete. Die rechtliche Festlegung der Vorsorgegebiete bleibt jedoch je Bundesland eigenständig; derzeit sind 384 Gemeinden in fünf Ländern ausgewiesen.
Ist das ein Problem beim Kauf?
Ist das ein Problem beim Kauf?
Wer ein Grundstück im Radonvorsorgegebiet kauft und neu baut, muss bauliche Schutzmaßnahmen nach § 123 StrlSchG einplanen, etwa eine durchgehende Bodenplatte und radondichte Durchführungen für Leitungen. Der Ratgeber zur Radonvorsorge beim Hausbau erläutert die Schutzmaßnahmen beim Neubau. Beim Bestandskauf schafft eine Langzeitmessung im Wohnraum mit überschaubaren Kosten Klarheit.
Ein erhöhtes Radonpotenzial ist kein Kaufhindernis, aber ein Argument für sorgfältige Bauausführung und gegebenenfalls eine Preisverhandlung. Die BfS-Karte liefert eine Prognose; der tatsächliche Innenraumwert hängt zusätzlich von Bauweise, Lüftung und Nutzungsverhalten ab.
Verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe
Weiterlesen
Quellen
Quellen
Grundradar verweist auf die BfS-Karten und nennt den Vorsorgestatus pro Gemeinde dort, wo das Bundesland ihn ausgewiesen hat. Eine Innenraummessung am konkreten Objekt bleibt Aufgabe eines anerkannten Messdienstes.
- § 121 StrlSchG - Festlegung von Radonvorsorgegebieten durch die Länder.
- § 124 StrlSchG - Referenzwert 300 Becquerel pro Kubikmeter für Aufenthaltsräume.
- BfS Radonkarte - Bundesamt für Strahlenschutz: Radonpotenzial und Vorsorgegebiete.