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Glossar

Bodenrichtwert: amtlicher Orientierungswert für Grundstücke

Was ein Bodenrichtwert aussagt, wo seine Grenzen liegen und warum er keine Einzelbewertung Ihres Grundstücks ersetzt.

Aktualisiert am 22.05.2026 · Fachlich geprüft am 22.05.2026

Definition

Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher zonaler Bodenwert für unbebaute Grundstücksflächen in einer Richtwertzone. Die Gutachterausschüsse leiten den Bodenrichtwert aus tatsächlich gezahlten Kaufpreisen ab und veröffentlichen den Wert zu einem festgelegten Stichtag.

Der Bodenrichtwert bewertet kein einzelnes Grundstück. Gebäude, Erschließung, Zuschnitt, Art und Maß der Nutzung, Baurecht, Altlasten, Dienstbarkeiten, Erbbaurechte und Baulasten können den Wert des einzelnen Grundstücks stark verändern.

Rechtsgrundlage

§ 196 BauGB verpflichtet zur Ermittlung und Veröffentlichung von Bodenrichtwerten. Die Zonen sollen Gebiete umfassen, die nach Art und Maß der Nutzung weitgehend übereinstimmen.

Die praktische Datenbereitstellung bleibt Ländersache. Deshalb unterscheiden sich Stichtag, Lizenz, Feldschema und Aktualisierung zwischen Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Ist das ein Problem beim Kauf?

Für Käufer ist der Bodenrichtwert ein Startpunkt für Plausibilitätsfragen: Liegt der Kaufpreis weit über dem Richtwert, braucht es nachvollziehbare Gründe wie besseres Baurecht, Lagequalität oder Projektpotenzial.

Nutzen Sie den Wert nicht isoliert. Prüfen Sie zusätzlich Bebauungsplan, Erschließung, Hochwasser, Starkregen, Radon, Baulasten und Grundbuch. Ein auffälliger Abstand ist kein automatischer Ausschlussgrund, aber ein Verhandlungssignal und Anlass für weitere Prüfung.

Verwandte Begriffe

Quellen

Grundradar zeigt Bodenrichtwerte nur für Gemeinden, deren amtliche BORIS-Daten veröffentlicht sind und eine dokumentierte Lizenz haben.

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